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Bilanz der Polizei

2015 war die Zahl der Wohnungseinbrüche um 39,8 Prozent auf 955 gestiegen. Noch im Jahr 2014 hatte die Polizei nur 683 Wohnungseinbrüche registriert. Diese Fallzahl dürfte für dieses Jahr in Kürze erreicht sein, denn rechnet man die Daten aus dem Einbruchsradar hoch, sind es bis Mitte September bereits deutlich über 600 Fälle. Und die einbruchstarken dunklen Monate November und Dezember kommen erst noch.

Gestern meldete die Polizei erneut einen typischen Fall: Am Mittwoch zwischen 19.30 und 22 Uhr waren Unbekannte in ein Einfamilienhaus an der Trimpelshütter Straße eingebrochen. Sie kamen und flüchteten durch Garten und Wintergarten, wo sie eine Tür zum Wohnzimmer aufbrachen. Ob Beute gemacht wurde, ist unklar. Die Polizei sucht Zeugen unter der Telefonnummer 02161 290.

Selten werden die Einbrecher ermittelt. Die Aufklärungsquote lag zwischen 5,5 Prozent (Februar) und 18,8 Prozent (Mai). Im März hat die Polizei das Einbruchsradar gestartet. Seitdem können Bürger wöchentlich aktualisiert verfolgen, in welchen Gegenden zuletzt eingebrochen worden ist. Schaut man sich die wöchentlichen Karten an, lässt sich daraus kaum ein Muster ablesen. Einbruchstarke wechseln sich mit deutlich ruhigeren Wochen ab. Auch in der regionalen Verteilung gibt es kein einheitliches Bild. Für die Woche vom 28. März bis 4. April etwa wurden drei Einbrüche in Rheindahlen registriert. Anschließend war dort fünf Wochen Ruhe, bevor wieder in zwei aufeinanderfolgenden Wochen im Mai Wohnungseinbrüche registriert wurden – und danach war wieder zwei Wochen Ruhe im Stadtteil. Womöglich ist das auch ein Ergebnis verstärkter Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft nach Einbrüchen. Und von Polizeipräsenz.

Für die Polizei ist das Einbruchsradar ein nützliches Instrument. “Unsere Direktionen orientieren sich auch daran, erkennen Schwerpunkte und handeln entsprechend”, sagt Polizei-Sprecherin Isabella Hannen. Beamte sind im ganzen Stadtgebiet auf Streife und halten auch präventiv Ausschau nach verdächtigen Fahrzeugen und Personen. Erstaunlicherweise tun das private Sicherheitsdienste immer weniger. Denn obwohl so viel eingebrochen wird wie nie, bestellen immer mehr Nachbarschaften die einst beliebte Privatstreife ab. “Es wird immer weniger”, stellt Bodo Schmitz, Chef des größten Gladbacher Sicherheits-Dienstleisters, fest. Und das liegt vornehmlich an der Bezahlung: “Wenn ein Nachbar den Dienst bestellt, profitieren die Nachbarn ebenfalls davon, wollen sich aber nicht an den Kosten beteiligen. Und das macht’s den Einbrechern einfacher.”



So entwickelten sich die Einbruchszahlen in Mönchengladbach.
FOTO: Ferl

So entwickelten sich die Einbruchszahlen in Mönchengladbach.
FOTO: Ferl

Die Politik hat erkannt, dass das Thema eines für den Wahlkampf sein könnte. CDU-Landtagskandidat Jochen Klenner schrieb bei Facebook, 955 Einbrüche seien 955 Gründe, die Landesregierung abzuwählen. Grünen-Kandidat Boris Wolkowski nannte dies “billige Polemik”: “Derart tumbe Schuldzuweisungen lassen allenfalls die Politikverdrossenheit steigen und helfen der AfD.”

Quelle: RP

Article source: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/einbrecher-in-moenchengladbach-fast-dreimal-pro-tag-am-werk-aid-1.6261964