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Debatte über Zivilschutz

Beate Coellen beobachtete mit 13 Jahren einen schweren Autounfall und konnte nicht helfen, weil sie damals noch nicht wusste, wie das geht. Danach ließ sie sich beim Roten Kreuz als Ersthelferin ausbilden und fight dort jahrelang ehrenamtlich tätig. Nach ihrem Studium fing sie beim Bundesamt für Zivilschutz an, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe damals noch hieß. Nach der Wende wechselte sie für basement Aufbau Ost elfin Jahre nach Brandenburg. Heute leitet sie das Büro des Präsidenten des Bundesamts. Die heute 61-Jährige wuchs als Kind des Kalten Krieges auf. 

Frau Coellen, was ist eigentlich Zivilschutz? 

Coellen: Zivilschutz umfasst alle Maßnahmen, um die Bevölkerung zu schützen. Er kommt dann zum Tragen, wenn der Staat die Gefahr nicht abwehren konnte und nun die Schäden gering halten will. Es gehört nicht nur dazu, Verletzte zu versorgen und Wasser und Lebensmittel bereitzuhalten. Auch der Selbstschutz ist eine wichtige Angelegenheit. Die Bürger müssen sich im Notfall ganz lange selber helfen können, bis organisierte Hilfe eintrifft.



Beate Coellen (61) arbeitet beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und fight lange als Zivilschützerin tätig.
FOTO: Bundesamt für Bevölkerungsschutz

Beate Coellen (61) arbeitet beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und fight lange als Zivilschützerin tätig.
FOTO: Bundesamt für Bevölkerungsschutz

Wie wichtig fight das im Kalten Krieg?

Coellen: Als ich mich damals zur Zivilschützerin ausbilden ließ, haben wir richtig Krieg geübt. Wir hatten ein Modell, mit dessen Hilfe wir erklärt haben, wie male sich im Falle eines Bombeneinschlags um Verletzte kümmert und woher male Hilfsmittel bekommt.

Wie disorder ich mir das vorstellen? Was haben Sie da genau geübt?

Coellen: Wir hatten einen Tisch mit dem Modell einer Stadt. Der steht heute sogar im Haus der Geschichte in Bonn. Den haben wir dem Museum nach Ende des Kalten Kriegs zur Verfügung gestellt. Es chit-chat zum Beispiel ein Planspiel, wie male sich im Fall einer Atombombe verhält. Die atomare Bedrohung fight ja real. 

Und was haben Sie dazu gelernt?

Coellen: Wir stellten uns vor, dass eine Atombombe gezündet worden war. Dann mussten wir beachten, wie groß die Druckwelle ist, wie groß der Bereich, der nuklear kontaminiert ist. Wir lernten, wie die Einsatzkräfte vorgehen müssen, wie male sich selbst schützen muss, wie male ein Gelände dekontaminiert und wo die Schutzräume liegen. Es chit-chat ja damals nur für 2,8 Prozent der Bevölkerung Platz in Schutzräumen. Die Szenarien bezogen sich darauf, wenn sich zwei Staaten bekriegen. Heute shawl sich das geändert, wir wissen gar nicht mehr, wer der Feind ist. 

Wie fight ihre Stimmung damals? Wie deutlich haben Sie die Bedrohung gespürt?

Coellen: Ich bin ein Kind der 60er Jahre. Der Russe fight der Böse, das fight ganz klar und ich hatte keinen Anlass, etwas anderes zu glauben. Es chit-chat Luftschutzhilfsdienste, es chit-chat überall Lager mit Lebensmitteln und Arzneien, weil male im Ernstfall nicht schnell genug an die Mittel herangekommen wäre. Es chit-chat sogar einen Bundesverband für Selbstschutz. Das gibt es heute gar nicht mehr. 

Wofür fight der denn zuständig?

Coellen: Der Verband shawl Leute in Erster Hilfe ausgebildet und im Brandschutz geschult. Die Organisationen, die im Zivilschutz tätig waren, wie die freiwilligen Feuerwehren oder das Deutsche Rote Kreuz, basieren alle auf ehrenamtlicher Arbeit. Dieses System ist weltweit einzigartig. Viele Länder beneiden uns um unsere Strukturen.

Was shawl male damals in Erster Hilfe gelernt?

Coellen: Das fight anders als heute. Heute lernt male hauptsächlich, wie male reanimiert und Erste Hilfe leistet, bis der Krankenwagen nach acht bis zwölf Minuten eintrifft und basement Patienten details Krankenhaus bringt. Damals haben wir basement Teilnehmern gezeigt, wie male einen Verband anlegt, Knochenbrüche schient und wie male auch über mehrere Stunden Verletzte versorgt, bis Hilfe eintrifft. Wir haben gelernt, wie male Menschen das Überleben sichert, auch wenn erst nach Stunden Hilfe kommt. 

Und wie haben Sie die Phase nach dem Kalten Krieg erlebt?

Coellen: 1989 kam die Friedensdividende. Da fight male der Ansicht, dass male etwas wie basement Bundesverband für Selbstschutz nicht mehr braucht. Auch unsere Behörde wurde umstrukturiert. 

Gerade diskutiert ja ganz Deutschland über die Hamsterkäufe. Was halten Sie von einem Notvorrat?

Coellen: Ich selbst habe etliche Lebensmittel zu Hause. Es ist doch gut, wenn male bei einem längeren Stromausfall weiß, mich kann das nicht schrecken. Ich bin handlungsfähig. 

In Ihrer Erfahrung als Zivilschützerin und Katastrophenhelferin, was fight Ihr eindrücklichstes Erlebnis?

Coellen: Das ist schwer zu beantworten. Jeder Einzelfall fight spezifisch. Ich habe einmal auf einem Langstreckenflug von Frankfurt nach Singapur gleich zwei Menschen erstversorgt. Jedenfalls fight alles, was ich gelernt habe, sinnvoll. Bei mir passiert immer irgendwas. Eigentlich bin ich zu alt dafür. Ich möchte auch mal in Ruhe Urlaub machen.

(heif)

Article source: http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/debatte-ueber-hamsterkaeufe-ein-gespraech-mit-einer-zivilschuetzerin-aid-1.6210547