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Demonstration gegen Erdogan

Die kurdische Kundgebung richtet sich unter anderem gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Sein Vorgehen seit dem vereitelten Putsch im Juli kritisieren die Veranstalter als diktatorisch. Ebenso verurteilen sie den Angriff der Türkei auf kurdische Milizen in Syrien.

Polizeipräsident ist zuversichtlich

Mehr als tausend Polizisten sind seit dem frühen Samstagmorgen in Köln-Deutz im Einsatz. Auch zwei Wasserwerfer und eine Reiterstaffel sind vor Ort. “Ich bin zuversichtlich, dass der Tag gut verlaufen wird” sagte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies. “Wir hatten sehr gute Gespräche im Vorhinein und wir haben den Veranstaltern klar gemacht, was wir hier dulden werden – und was nicht.”

Die Kurden demonstrieren am Samstag “Gegen Diktatur und für Gleichberechtigung”. Angemeldet wurde die Veranstaltung vom Demokratischen Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland (NAV-DEM). Auf dem Gelände ist alles organisiert wie bei einem kleinen Volksfest. Es gibt Verkaufs- und Essensstände, Eisstände. Viele Familien mit kleinen Kindern sind da.

Kein Wunder: Ursprünglich war ja auch ein “Internationales Kulturfestival” im Rheinenergie-Stadion geplant. Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies hatte den Sportstätten Köln aber wegen Sicherheitsbedenken im Vorhinein empfohlen, das Stadion nicht zu vermieten – unter anderem wegen der “jüngsten gewalttätigen Konflikte in der Türkei”, wie Mathies auf einer Pressekonferenz sagte. Bei dem Kulturfest habe es außerdem in der Vergangenheit Propaganda-Delikte gegeben, weil Besucher Zettel mit verbotenen PKK-Symbolen auf den Sitzplätzen verteilt hätten.

Der Verfassungsschutz stuft NAV-DEM als Dachorganisation von Gruppen ein, die der als terroristisch geltenden verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK nahestehen. Einer der Redner bei der Kundgebung ist der Linke-Vorsitzende Bernd Riexinger.

Wenig los bei der Gegendemonstration

Eine Gegendemonstration zur Kundgebung der Kurden soll an der Lanxess-Arena in Köln-Deutz stattfinden. Um 12 Uhr mittags sind aber gerade mal sechs Leute vor Ort. Die jungen Männer unterschiedlicher Nationalitäten wollen ein Zeichen gegen den Terror in der Welt setzen. Auf Nachfrage unserer Redaktion verstehen sie ihre kleine Kundgebung aber nicht als Gegenveranstaltung zu den Kurden.

Keine Demonstration durch die Stadt

Einen geplanten Demonstrationszug durch die Stadt wird es am Smastag nicht geben – der Veranstalter des Kurdenfestes verzichtete freiwillig darauf und einigte sich mit der Polizei auf die Standkundgebung auf der Deutzer Werft. Ein Behördensprecher sagt: “Wir haben es mit einer großen Gruppe von hoch emotionalisierten Menschen zu tun. Wer kommt, um Straftaten zu begehen, wird feststellen, dass wir dagegen konsequent vorgehen.” 

Ausschreitungen bei Sitzblockade kurdischer Studenten in Grevenbroich

Bereits im Vorfeld hatte es Ausschreitungen in der Region gegeben. Kurdische Demonstranten legten am Freitag den Verkehr in der Innenstadt von Grevenbroich über mehrere Stunden lahm. Gegen 11 Uhr war es kurz vor dem Montanushof zu einer Sitzblockade gekommen, die erst am Abend von starken Einsatzkräften der Bereitschaftspolizei aufgelöst werden konnte. Dabei kam es auch zu Handgreiflichkeiten gegenüber den Beamten. Drei Polizisten sind leicht verletzt worden, blieben aber dienstfähig. Seitens der Demonstranten gab es ebenfalls drei leicht Verletzte.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. 

Alle Infos zu diesem Wochenende in Köln (am Sonntag ist außerdem noch eine Kundgebung von Pro NRW angekündigt) finden Sie hier. 

(siev/hsr/lnw)

Article source: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/koeln/kundgebung-in-koeln-tausende-kurden-versammeln-sich-in-deutz-aid-1.6234558