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Dortmund gegen Bayern

Reus, 27, hatte am 21. Mai sein bislang letztes Pflichtspiel absolviert. Er verausgabte sich im Pokalfinale gegen Bayern München (3:4 im Elfmeterschießen) über 120 Minuten, eine alte Verletzung brach bei der Niederlage in Berlin wieder auf.

Die Diagnose lautete Schambein-Entzündung, später kam ein kleiner Anriss des Adduktorenansatzes hinzu. Reus verpasste dadurch die EM in Frankreich, zuvor hatte er bereits die WM 2014 verletzungsbedingt versäumt. Am 11. Oktober dieses Jahres stieg er nach fünf Monaten Pause wieder ins Mannschaftstraining ein, gegen den FC Bayern sollte er erstmals wieder im Kader stehen.

Mitleid gibt es nun vom kommenden Gegner. “Das ist natürlich tragisch”, sagte Bayern-Trainer Carlo Ancelotti. “Eine Verletzung ist niemals schön. Reus ist ein fantastischer Spieler. Aber ich denke, Dortmund hat die Möglichkeit, andere gute Spieler spielen zu lassen.”

Ancelotti selbst äußerte nach den Ausfällen von Arjen Robben, Javi Martínez und Kingsley Coman Topspiel Kritik an der hohen Belastung der Spieler. “Der europäische Spielkalender ist zu voll, die Spieler spielen zu viele Spiele”, sagte der Italiener am Freitag.

Nach der jüngsten Länderspielpause hätte nicht nur der FC Bayern “Probleme mit Nationalspielern”, betonte Ancelotti und forderte: “Das Wichtigste ist das Handling der Spieler. Ich bin kein Politiker, aber sie müssen eine Lösung zum Wohle der Spieler finden.”

Auch Vidal und Costa fraglich

Robben fällt wegen Oberschenkelproblemen aus, an denen er seit seinem Einsatz für die Niederlande laboriert. Coman zog sich in Diensten Frankreichs einen Außenbandriss im linken Knie zu, Martínez wurde nach einem Muskelfaserriss im linken Oberschenkel nicht rechtzeitig fit.

Außerdem ist der Einsatz von Arturo Vidal und Douglas Costa fraglich. Beide Südamerikaner kehrten erst am Donnerstag von ihren Nationalmannschaften zurück. “Ich gehe kein Risiko ein, sie sind müde”, sagte Ancelotti vor dem Abschlusstraining am Nachmittag.

Der Coach forderte von seiner Mannschaft, sie müsse in Dortmund ihre “Identität zeigen”. Dass das gelingen wird, daran glaubt er offenbar fest. Die Motivation der Stars sei in diesen Top-Spielen “größer” als im Alltag, meinte Ancelotti.

(seeg/sid)