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Düsseldorfer EG – DEG kassiert Derby

Die Analyse des bisherigen Saisonverlaufs brachte Christof Kreutzer auf den Punkt. “Wir müssen unsere Chancen besser nutzen, unsere Verwertung ist unbefriedigend”, sagte der Trainer der Düsseldorfer EG unmittelbar vor dem Derby gegen die Krefeld Pinguine. Das ist seiner Mannschaft erneut nicht gelungen. Vor 7781 Zuschauern, darunter die Fortunen Friedhelm Funkel und Axel Bellinghausen sowie Ex-Fortuna-Trainer Oliver Reck, verlor die DEG gegen Krefeld Pinguine mit 2:4 (0:0, 2:2, 0:2).


DEL 16/17: DEG – Mannheim

FOTO: American-Sports.Info

Die Zuschauer mussten 30 Minuten auf das erste Tor warten – und das fiel dann auch noch für die Krefelder. Unverdient war es freilich nicht, denn sie hatten schon im Anfangsdrittel die besseren Chancen und bei einem Pfostenschuss von Umicevic Pech gehabt. Marcel Müller brachte die Gäste dann in Führung und viele fragten sich, was mit den Düsseldorfern los ist. Viele Fehler im Aufbau und eine oftmals viel zu offene Abwehr prägten das schwache Spiel. Auch die Freude über den Ausgleich durch Stephan Daschner währte nicht lange, denn nur 41 Sekunden später brachte Sonnenburg die Schwarz-Gelben erneut in Führung. Doch die DEG antwortete wenig später. Ausgerechnet Marcel Brandt traf in Überzahl zum 2:2.

Der Nationalspieler hatte bereits im ersten Powerbreak für großen Jubel gesorgt, als seine Vertragsverlängerung um zwei Jahre bis 2019 bekanntgegeben wurde. “Marcel ist ein absoluter Gewinn auf und neben dem Eis”, sagte Kreutzer. Das ist sportlich für jeden leicht nachvollziehbar. Der Blondschopf, einst als Stürmer geholt, steht auch in der Abwehr seinen Mann. Doch ist er nicht nur als Allroundspieler wertvoll, sondern seine Bilanz überaus beeindruckend. In der vergangenen Saison absolvierte er nicht nur alle 52 Hauptrunden- und fünf Play-off-Spiele, sondern er war auch in der Plus-Minus-Statistik mit plus elf Punkten bester Düsseldorfer. In dieser Statistik bekommt jeder Spieler, der in Gleichzahl bei einem erzielten Tor auf dem Eis war, einen Punkt gutgeschrieben und bei jedem Gegentreffer einen Zähler abgezogen.

“Wir sind froh, dass es uns geglückt ist, einen deutschen Nationalspieler für zwei weitere Jahre an die DEG zu binden”, sagt Geschäftsführer Stefan Adam. “Damit setzen wir unseren Weg, auf junge, deutsche Spieler zu setzen, konsequent fort.”

Diesen Weg weiß Marcel Brandt zu schätzen. 20 Monate ist es jetzt her, und Marcel Brandt sagt leicht ungläubig: “Es ist wie im Traum.” Damals spielte er in Straubing, aber nur noch selten. Enttäuscht rief er seinen Spielervermittler an. “Ich habe ihm gesagt, dass ich hier weg will”, erinnert sich der Stürmer genau. “Nur zehn Minuten später klingelte mein Telefon, aber es war eine Nummer, die ich nicht kannte, deshalb wollte ich zuerst gar nicht dran gehen.” Doch er hat das Gespräch angenommen. “Christof Kreutzer war dran und sagte: Ich habe gehört, du willst zu mir kommen. Zwei Tage später war alles klar.”

Die Geschichte, die so herrlich spontan begann, hat Marcel Brandt bis heute auf wunderbare Weise fortgeschrieben. “Ich wurde als Ergänzungsspieler geholt und heute bin ich Nationalspieler”, sagt der gebürtige Dingolfinger. “Aber ich habe gut und hart gearbeitet, auf dem Eis, aber auch daneben, im Kraftraum zum Beispiel – das wollte Christof sehen.” Der Trainer belohnte ihn mit Eiszeiten, die der gelernte Stürmer nutzte. Als die DEG von einer Verletztenmisere heimgesucht wurde, stellte Kreutzer den Angreifer in die Abwehr. “Weil ich zweikampfstark bin und gut rückwärts laufen kann”, sagt der Youngster selbstbewusst.

Article source: http://www.rp-online.de/sport/eishockey/deg/duesseldorfer-eg-derby-niederlage-gegen-krefeld-pinguine-aid-1.6393912