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Elbphilharmonie

Es war seit langer Zeit der ersehnteste Termin im internationalen Kulturleben, und nach den ersten akustischen und optischen Impressionen darf man wirklich sagen: Die Hamburger Elbphilharmonie klingt in vielen Momenten ebenso wunderbar, wie sie aussieht. Schon mit den ersten Takten des Eröffnungskonzerts erlebte man einen Klang, der sich sehr direkt, aber mit Atem den Weg zum Ohr des Zuhörers bahnt. Und der imperial, mächtig und beeindruckend im Raum steht. 

Einige Musikkritiker tauschten am Mittwochabend zu den Pausen ihre Plätze, und auch ich sozusagen als TÜV-Prüfer, der im Laufe des Abends auf drei Plätzen saß, kann sagen: Man hört nicht überall gleich gut. Vor dem Orchester sitzend registrieren wir selbst im dicken sinfonischen Getümmel immer noch leuchtende Fäden der einzelnen Instrumente; hinter dem Orchester sitzend hört man indes ein Konzert für Blechbläser mit sehr in der Ferne wahrnehmbaren Streichern. 


So sieht die neue Elbphilharmonie aus

FOTO: dpa, chc lof fdt

Angesichts der im Elbsand verhungerten sportlichen Ambitionen der Hansestadt darf man die Elbphilharmonie als das kulturelle Olympiastadion Hamburgs bezeichnen. Auch hier gilt freilich die Devise: Je besser ein Orchester ist, desto besser klingt es. Und mittelmäßige Orchester werden gnadenlos entlarvt. Man hört alles, auch jeden Fehler.

Alles Weitere rechnet mit einem lernfähigen Publikum und einer ebenso lernfähigen Saaltechnik. Es gibt zu wenige Toiletten. Man sollte im Saal nicht zu warm angezogen sein, obwohl man auf der Plaza zwei Stockwerke tiefer friert wie Bolle. Und die Klimaanlage fährt ausgerechnet an den leisen Stellen hoch. Das wird sich alles beheben lassen. Auch eine Elbphilharmonie ist lernfähig.


Stars und Politiker feiern in der Elbphilharmonie

FOTO: dpa, dan wok vge

Trotzdem gilt unter dem Strich: Wir können froh sein, dass wir sie endlich haben.

Article source: http://www.rp-online.de/kultur/musik/elbphilharmonie-wie-ist-die-akustik-aid-1.6529142