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Elektroschock-Pistolen – Polizei ist offen für Taser

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kann sich einen Probelauf für die Ausrüstung von Streifenbeamten mit Elektroschock-Pistolen vorstellen. “Aber zuerst müssen einige Kardinalfragen geklärt sein”, sagte der GdP-Vorsitzende in Nordrhein-Westfalen, Arnold Plickert. So muss nach Ansicht der GdP genau definiert werden, in welchen Einsatzsituationen das “Distanz-Elektro-Impulsgerät” – auch Taser genannt – wirklich hilfreich ist und eingesetzt werden darf.

Auch die rechtliche Einstufung sowie die Ausbildung der Polizisten müsse zunächst klar geregelt sein, forderte Plickert. Der Einsatz von Elektroimpuls-Waffen solle rechtlich wie der Einsatz körperlicher Gewalt gewertet werden. “Es kann nur als Ergänzung, nicht als Ersatz zur Schusswaffe gesehen werden”, sagte er. Wenn es in gewissen Einsatzsituationen ein milderes Mittel als die Schusswaffe gebe, müsse man jedoch darüber nachdenken.


Polizisten in Moers erschießen Messer-Angreifer

FOTO: Christoph Reichwein

Taser machen Täter für etwa fünf Sekunden bewegungsunfähig und geben der Polizei so die Möglichkeit zur Überwältigung. Allerdings erzielen die Geräte oft nicht die gewünschte Wirkung, etwa bei ungenauen Treffern oder dicken Kleidungsstücken.

Vor einigen Tagen waren in Moers und Hagen zwei mit Messern bewaffnete Angreifer auf offener Straße durch Polizeischüsse getötet worden. Plickert sagte, gerade eine solche Situation rechtfertige den Einsatz der Schusswaffe, vor allem, wenn wie hier nur eine geringe räumliche Distanz zwischen Angreifer und Polizist liege.


Polizei erschießt bewaffneten Mann in Hagen

FOTO: dpa, mku kno

In NRW werde die Elektroschock-Pistole jährlich 20 bis 25 Mal bei den Spezialeinsatzkräften (SEK) eingesetzt, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende. In drei bis fünf Fällen wirke der Schuss nicht. Deshalb plane das SEK immer mit einer zweiter Option: Einer habe einen Taser, der zweite eine Schusswaffe im Anschlag.

(lsa/lnw)