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Formel 1 in Japan – Rosberg feiert Sieg und hat den WM

Rosberg baute damit seine FĂŒhrung in der WM-Wertung auf Hamilton weiter aus. Nach seinem neunten Saisonsieg im 17. Rennen fĂŒhrt Rosberg mit 313 Punkten vor Hamilton, der auf 280 Punkte kommt. Der viermalige Japan-Sieger Sebastian Vettel verpasste nach einer erneut missglĂŒckten Ferrari-Strategie das Podium und wurde Vierter.

Mercedes ist Weltmeister und zieht Protest zurĂŒck

Zum dritten Mal in Folge steht Mercedes als Konstrukteurs-Weltmeister fest. Die Silbernen fĂŒhren bei vier noch ausstehenden Rennen uneinholbar vor Red Bull und Ferrari. “Ein fantastisches Wochenende”, sagte Rosberg nach der Zieldurchfahrt via Boxenfunk.

Mercedes legte spĂ€ter gegen die Wertung des Rennens offiziell Protest beim Automobil-Weltverband FIA ein, zod diesen aber wenig spĂ€ter wieder zurĂŒck. Das Team hatte sich auf die Aktion des zweitplatzierten Red-Bull-Fahrers Max Verstappen berufen, der den Weltmeister bei dessen Überholmanöver kurz vor dem Ende des Rennens angeblich regelwidrig behindert haben soll.

Hamilton hatte sich kurz nach Bekanntwerden des Protests via Twitter zu Wort gemeldet. “Kein Protest von meiner Seite”, schrieb er: “Ich habe gehört, das Team hat Protest eingelegt, aber ich habe ihnen gesagt, dass wir sowas nicht machen. Wir sind Champions und blicken nach vorne. Ende.”

Mercedes hatte sich bei dem Protest auf Paragraf 27.5 der FIA berufen. Dieser besagt, dass ein Auto “zu keiner Zeit unnötig langsam, irrefĂŒhrend oder in einer Weise, die andere Personen gefĂ€hrden könnte, gefahren werden darf”. Verstappen hatte Hamilton ausgebremst, wĂ€hrend des Bremsvorgangs angeblich unerlaubterweise die Spur gewechselt und den Weltmeister dabei von der Strecke gedrĂ€ngt.

Teamchef Toto Wolff gab zu, dass er “ein Racer” sei und “hartes Racing liebe”. Verstappen habe einen erfrischenden Stil, und natĂŒrlich habe er sich in der fraglichen Situation verteidigt. “Aber er verteidigt sich sehr hart”, sagte Wolff, und “das Regelbuch besagt, dass man beim Bremsen das Auto nicht bewegen darf”.

Hamilton braucht Hilfe

Hamilton kann nach dem Rennen in den verbleibenden vier Saisonrennen nicht mehr aus eigener Kraft Weltmeister werden. Dennoch zeigte Hamilton, dass er einer der besten Fahrer in der Geschichte der Formel 1 ist. In den letzten Runden duellierte er sich spektakulÀr mit Max Verstappen, doch der 19-JÀhrige wehrte alle Attacken des Weltmeisters ab und zwang Hamilton in der vorletzten Runde sogar noch zu einem Ausritt, der aber ohne Folgen blieb.

Hamilton hatte den Sieg bereits am Start aus den Augen verloren. Der Zweite des Qualifyings kam nach dem Verlöschen der Ampeln einfach nicht vom Fleck, rechts und links flogen die Kontrahenten an ihm vorbei. “Sorry, Jungs”, funkte Hamilton, der sich zunĂ€chst auf Platz acht wiederfand, an die Box: “Das geht auf mich.” Angeblich war die Drehzahl seines Motors am Start abgefallen, sodass sich das Auto zunĂ€chst nicht beschleunigen ließ. Danach kĂ€mpfte er sich Runde um Runde nach vorne und profitierte dabei am Ende auch von einer erneut missglĂŒckten Strategie von Ferrari, die den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel einen Platz auf dem Podium kostete.

Vettel schimpft ĂŒber Wehrlein

Vettel fuhr ein ordentliches Rennen, das er nach Rosbergs zweitem Boxenstopp zwischenzeitlich sogar anfĂŒhrte. Wie angespannt die Nerven bei Ferrari dennoch sind, verdeutlichte Vettels Reaktion bei der Überrundung von Pascal Wehrlein, der mit seinem Manor-Mercedes artig Platz machte. Vettel verstand Wehrleins Geste offenbar zu spĂ€t. “Was macht der da, das ist lĂ€cherlich”, schimpfte der viermalige Weltmeister und zeigte eine eindeutige Geste in Richtung Wehrlein. Auch in der Folge maulte Vettel immer wieder per Boxenfunk ĂŒber sein Auto, die Strecke und die Konkurrenten. Vor allem hatte er Grund zum Ärger auf sein Team, das ihn viel zu spĂ€t zum zweiten Boxenstopp reinholte und damit den Podiumsplatz an Hamilton abtrat.

Achter wurde Nico HĂŒlkenberg im Force-India-Mercedes, ĂŒberhaupt nicht zurecht kam dagegen Pascal Wehrlein im Manor-Mercedes. Der DTM-Champion von 2015 lag bei den Rundenzeiten weit hinter der Konkurrenz und vor allem auch deutlich hinter seinem Teamkollegen Esteban Ocon und belegte am Ende den letzten Platz. Wehrleins Zukunft in der Formel 1 wird damit immer fraglicher, derzeit ist es kaum vorstellbar, dass er eines der begehrten Cockpits fĂŒr 2017 ergattert.

Der Tag hatte mit einem erneuten RĂŒckschlag fĂŒr Ferrari begonnen. Wenige Stunden vor dem Rennen wurde Kimi RĂ€ikkönen wegen eines Getriebewechsels an seinem Auto in der Startaufstellung um fĂŒnf PlĂ€tze auf Position acht zurĂŒckversetzt. Die erste Reihe bildeten damit die Mercedes-Silberpfeile mit Rosberg und Hamilton, dahinter standen die Red Bull mit Verstappen und Ricciardo. Der viermalige Japan-Sieger Sebastian Vettel profitierte immerhin vom Pech seines Teamkollegen: Er rĂŒckte von Position sieben auf sechs und damit in die dritte Startreihe vor.

(RP/sid/dpa)