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Fortuna Düsseldorf – Fortuna übt Selbstkritik nach 3:1

Ganz gleich, ob in der ersten oder zweiten Liga, München ist ein lohnenswertes Ziel für Fußball-Fans. Auch am Sonntag wurde ihnen unter touristischen Aspekten ein abwechslungsreiches Programm geboten. Während sich einige bei einem Hellen vor dem Donisl am Marienplatz in der Herbstsonne wärmten, zog anlässlich des Kirchweihfestes eine Trachtenkapelle vorbei. Aber auch sportlich war München für über 1000 Düsseldorfer eine Reise wert. Sie sahen einen souveränen 3:1 (3:0)-Sieg ihrer Fortuna bei den Münchener Löwen. Durch ihren ersten Auswärtssieg rückt die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel auf Platz sieben vor.

Das Konzept der Düsseldorfer ging in allen Bereichen auf. Der Trainer hatte den Gegner und dessen Situation richtig analysiert. Die Gastgeber standen nach hohen Investitionen und schwachem Abschneiden gehörig unter Druck. Diese Verunsicherung nutzte die Fortuna sofort. Der TSV 1860 wurde vor der Pause demontiert.

Rouwen Hennings liegen die Sechziger ganz besonders. In zehn Spielen gegen sie hat er sieben Tore erzielt. Die letzten drei übrigens beim 3:0-Sieg für Karlsruhe 2014. Der damalige Löwen-Trainer Funkel musste anschließend seine Koffer packen. Diesmal brachte Hennings Funkels Fortuna nach sechs Minuten in Führung, als er einen schönen Flankenlauf von Axel Bellinghausen vollendete.

Funkel Vertrauen war gerechtfertigt – aber nicht nur in Hennings, sondern auch in Robin Bormuth. Der 21-jährige kam für den gesperrten Alexander Madlung in die Mannschaft. Das Talent erfüllte seine Aufgabe aber nicht nur defensiv, sondern bereitete das 2:0 maßgeblich vor. Bei seinem Schussversuch wurde er derart am Trikot gezogen, dass der Unparteiische Elfmeter pfiff, den Ihlas Bebou verwandelte. Als Marcel Sobottka in der 36. Minute mit einem sehenswerten Schuss auf 3:0 erhöhte, war der Fortuna der Sieg kaum mehr zu nehmen. “In der ersten Halbzeit waren wir nicht zweitligatauglich”, sagte TSV-Trainer Kosta Runjaic. “Da war die Partie entschieden.”

Das sahen die Düsseldorfer nicht ganz so. “Das war allenfalls ein durchschnittliches Spiel von uns”, moserte Marcel Sobottka. “Die erste Halbzeit war gut, die zweite nicht.” Julian Schauerte schloss sich dem an: “Die zweite Halbzeit hat gezeigt, dass wir noch viel Arbeit haben.” Kapitän Adam Bodzek formuliert es nett: “Schön, wenn man aus Siegen lernen kann.”

Trainer Friedhelm Funkel deutete die Selbstkritik positiv. “Es zeigt, dass das Selbstverständnis gestiegen ist und der Anspruch wächst.” Er rückte die Aussagen aber dennoch zurecht: “Natürlich waren wir in der zweiten Halbzeit nicht in der Lage, das Spiel zu kontrollieren. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Wir müssen sehen, woher wir kommen. Wir haben uns nach unten erst einmal Luft verschafft.” Er tut gut daran, darauf hinzuweisen, denn manch einer schaut auf die Tabelle und rechnet am Freitag fest mit einem Heimsieg gegen Bielefeld – und weiter nach oben zu blicken und zu träumen.

Quelle: RP

Article source: http://www.rp-online.de/sport/fussball/fortuna/fortuna-duesseldorf-uebt-selbstkritik-nach-31-sieg-in-muenchen-aid-1.6330275