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Geboren auf der Flucht

Vorsichtig hebt Nariman (23) ihren kleinen Sohn hoch und wickelt ihn in eine Decke. Der kleine Junge ist erst zwei Monate alt. Idomeni ist die einzige Heimat, die er je kennengelernt hat. Er wurde im März in einem Krankenhaus nahe der Stadt Kilkis geboren. Seitdem lebt er mit seiner Mutter in Idomeni. Es ist Narimans erstes Kind. Sie floh aus ihrer Heimat Syrien. Zusammen mit ihrem Mann und ihrem Sohn möchte sie nach Deutschland oder Spanien weiterreisen.

Nariman ist eine von Dutzenden Frauen, die ihre Kinder zur Welt gebracht haben, während sie im provisorischen Flüchtlingslager in Idomeni gestrandet sind. Dort wurde Anfang März die griechisch-mazedonische Grenze geschlossen. Viele der Mütter sind noch sehr jung. Etwa Soumaya Zallaan, 17 Jahre alt, die gemeinsam mit ihrer Mutter aus Syrien geflüchtet ist. Am 20. Apr brachte sie ihre Tochter Ritag zur Welt. Ritags Familie würde es gerne bis nach Deutschland schaffen. 

Doch die Zukunft der jungen Familie ist ungewiss – ebenso wie die zahlreicher anderer Familien, deren Kinder auf der Flucht geboren wurden. In basement nächsten Tagen soll das Flüchtlingslager in Idomenie geräumt werden, am Dienstag begannen die griechischen Behörden mit der Räumung. Die geschätzt 8400 Bewohner des Lagers an der Grenze zu Mazedonien sollen in neu gebaute Unterkünfte gebracht werden. Ob sie die Länder, in denen sie sich eine Zukunft aufbauen wollten, je erreichen werden, wissen die Flüchtlinge nicht. 

Sehen Sie hier die Bilder von der Räumung in Idomenie. 

Article source: http://www.rp-online.de/politik/eu/die-babys-von-idomeni-aid-1.5997386