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Hilden – Feuerwehr räumt Freizeitbad Hildorado wegen Chlorgas

Viele Badegäste sollen ersten Erkenntnissen zufolge über Reizungen der Atemwege klagen. Unsere Reporterin vor Ort konnte die Worte eines Kindes hören, welches zu den Eltern sagte: “Auf einmal konnte ich nur noch ganz schwer atmen.”

Die 13-jährige Sarah, Schülerin der Theresieschule in Hilden und der 13-jährige Bijan aus der Stätischen Realschule in Erkrath sagten unserer Redaktion: “Plötzlich haben wir gesehen, wie die Bademeister zu den Duschen gerannt sind.” Zuvor hätten sie im Becken einen Vater und sein Kind beobachtet. Das Kind hätte seinem Vater erzählt, dass es nur noch schwer Luft bekomme. Dann habe es eine Durchsage im Schwimmbad gegeben, die zur Räumung aufgreufen habe. “Aber man hat uns nicht gesagt, was los ist.” Vor dem Bad habe man ihnen Decken gegeben.

Marco Schnieber (19) und Lisa Z. (17), weitere Badegäste, standen zum Zeitpunkt der Evakuierung am 3-Meter-Turm an. Sie kamen laut eigener Aussage auf dem Weg nach draußen am Krankenzimmer des Bades vorbei. “Das Zimmer war überfüllt, viele Menschen hatten Hustenanfälle”. Sie selbst seien aber nicht betroffen und durften nach kurzer Untersuchung nachhause gehen.

Vor dem Gebäude warten viel besorgte Eltern auf ihre Kinder. Einige werden aus dem Gebäude gelassen und den Eltern übergeben, andere werden nur in Handtüchern gehüllt von Feuerwehrleuten in andere Räume gebracht. Bislang hat es laut Feuerwehr keine Schwerverletzten gegeben. Allerdings sind gegen 18 Uhr erste Patienten mit Rettungswagen des Roten Kreuzes in die Uniklinik Düsseldorf gebracht worden.

Da viele Kinder und Jugendliche unbegleitet vor Ort sind hat die Feuerwehr an der Walderstraße / Ecke Grünstraße in einem roten Zelt eine Kinder- und Jugendsammelstelle eingerichtet.

500 Badegäste betroffen

Der Sprecher der Feuerwehr, Mirko Braunheim, sagte unserer Redaktion, dass sich zum Zeitpunkt des Alarms gegen 17 Uhr rund 500 Menschen im Bad aufgehalten haben. Ersten Erkenntnissen zufolge ist der Unfall auf einen Fehler eines Mitarbeiters des Bades zurückzuführen. Dieser wollte offenbar das Wasser chloren und hat dabei demnach das falsche Mischungsverhältnis der Chemikalien gewählt. Er selbst sei das erste Opfer des Chlorgas-Austritts gewesen.

Der Sprecher der Polizei, Ullrich Löhe, sagte, dass 30 Polizisten vor Ort seien und die Umgebung abgesperrt haben. Man sei für einen Massenanfall von Verletzten gerüstet, so schlimm sei es aber wohl doch nicht gekommen. Bislang seien drei Verletzte in die Uniklinik Düsseldorf gebracht worden. Ein weiteres Opfer wurde nach Leverkusen gebracht, eines nach Niederberg.

Sabine Möller, die Sprecherin der Stadtwerke Hilden, die das Bad betreiben, bestätigte unserer Redaktion, dass der Unfall im Technikraum an der  Chlorgasanlage passiert sei. Der Mitarbeiter an der Anlage habe den fehler sofort bemerkt und sofort mit Gegenmaßnahmen reagiert. Im Bad selbst sei das Freizeitbecken als erstes betroffen gewesen. Betroffene seien im Sanitätsraum versorgt worden. Außerhalb des Gebäudes seien Decken und Getränke an die Menschen verteilt worden. Die Evakuierung selbst sei ruhig abgelaufen.

Mittlerweile hat die Feuerwehr das Gebäude wieder freigegeben. Die Menschen können ihre Habseligkeiten holen. Für heute jedoch ist der Badebetrieb beendet.

 

(felt)

Article source: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/hilden/chlorgas-alarm-in-hilden-feuerwehr-raeumt-freizeitbad-hildorado-aid-1.6235579