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Interview mit Franz Fritzmeier – Froh über die Top

Knapp ein Drittel der DEL-Saison ist gespielt, die Pinguine stehen mit 19 Punkten aus 16 Spielen auf Tabellenplatz 10. Wie ordnen Sie diese Platzierung ein?

Fritzmeier Unser Ziel ist Platz zehn, und damit sind wir aktuell im Soll. Es hätte natürlich auch Platz sieben, acht oder neun sein können, aber durchaus auch nur Platz 12. Die Liga ist in diesem Jahr eng.

Wie viele Punkte sind nach Abschluss der 52 Hauptrundenspiele notwendig, um Platz 10 und damit die Pre-Play-offs zu erreichen bzw. welche Punktzahl benötigt ein Team, um sich mit Platz sechs direkt für die Play-off-Spiele zu qualifizieren?

Fritzmeier 50 Prozent der möglichen Punkte (78 Punkte, die Red.) reichen normalerweise, um sicher in die Pre-Play-offs zu kommen, und unser Ziel ist Platz zehn. Wie viele Punkte für Platz sechs notwendig sind, ist schwer zu sagen. Es ist ein schmaler Grat.

Welche Mannschaft hat Sie in dieser Saison positiv überrascht, und von welchem Team hatten Sie deutlich mehr erwartet?

Fritzmeier Wolfsburg hat mich wie immer positiv überrascht, und unerwartet ist die gute Position von Bremerhaven. Berlin hatte ich vor der Saison weiter oben erwartet.

Wo landen die Pinguine nach dem Abschluss der Hauptrunde?

Fritzmeier Unser Ziel sind die Top Ten. Wir versuchen natürlich, die bestmögliche Platzierung zu erreichen.

Bislang gab es 52 Gegentreffer, nur Straubing hat noch mehr kassiert. Wie wollen Sie das abstellen?

Fritzmeier Die Anzahl der Gegentore ist relativ. Es waren einige Empty-net-Treffer dabei und vier Gegentore in der Overtime. Rechnet man diese Treffer raus, ist die Anzahl der Gegentore in der regulären Spielzeit nicht so hoch. Dennoch müssen wir in der Defensive noch stabiler werden und die individuellen Fehler abstellen.

In Überzahl und in Unterzahl liegt Ihre Mannschaft auf Platz vier in der DEL-Statistik. Worauf führen Sie diese guten Werte zurück?

Fritzmeier Die Special-Teams sind wichtig, das habe ich immer betont. Wir haben uns gegenüber dem Vorjahr verbessert, aber das liegt auch an der Qualität der Spieler.

In der Scorerliste sind die Pinguine mit Müller, Pietta und Umicevic unter den ersten Zehn vertreten, Daniel Pietta ist der Topscorer der Liga. Diese drei haben 19 der 46 Tore erzielt. Hängt bei den Pinguinen, wenn es um Tore geht, alles an einer Reihe?

Fritzmeier Ja, es hängt viel an dieser Reihe. Wir müssen froh sein, dass wir diese Top-Reihe haben. Es gibt sicherlich ein Leistungsgefälle zu den anderen Reihen, aber es ist bei uns natürlich auch alles eine Frage des Geldes.

Sie hatten vor der Saison angekündigt, dass die Pinguine das fitteste Team der Liga werden sollen. Wie haben Sie Ihr Team auf dieses Level bekommen?

Fritzmeier Die Basis dafür haben wir im Sommer durch kontinuierliche Arbeit gelegt. Die deutsche Spieler, die hier am Sommertraining teilgenommen haben, hatten gute Werte. Aber auch unseren Kontingentspielern, die erst Ende Juli hierher gekommen sind, haben wir entsprechende Hausaufgaben mitgegeben. Ab Anfang August haben wir dann intensiv auf dem Eis trainiert und das meistens sogar zweimal am Tag. Hinzu kommt regelmäßiges Off-Eis-Training, eine entsprechende Ernährung und die Physiotherapeuten, die einen guten Job machen.

Das Über- und Unterzahlspiel klappt gut, aber in der Verlängerung bei Drei gegen Drei konnte Ihre Mannschaft noch kein Spiel gewinnen. Wie setzen Sie da die Hebel an?

Fritzmeier Wir bewerten die Situation auf Video. Drei gegen Drei ist individuell, es geht Mann gegen Mann. Macht man im Spiel nach vorne einen Fehler, ist keiner mehr da, der diesen ausbügelt. In der Overtime gehört neben Können auch Glück dazu. Die wenigen Spieler auf dem Eis sind natürlich spektakulär für die Zuschauer.

Am Freitag geht es gegen Ingolstadt, am Sonntag steht das Derby in Düsseldorf an, und am Dienstag ist Berlinzu Gast. Also gleich eine Kandische Woche nach der Länderspielpause. Wie gehen Sie im Training diese Aufgaben an?

Fritzmeier Wir wollen weiter gutes und spektakuläres Eishockey bieten. Unser Ziel ist, mit einem Sieg das Eis des Königpalastes zu verlassen und nicht nur gut zu spielen. Zurzeit arbeiten wir an der Passgenauigkeit und wollen die Scheibe häufiger vor das gegnerische Tor bringen.

Quelle: RP

Article source: http://www.rp-online.de/sport/eishockey/kev/froh-ueber-die-top-reihe-aid-1.6379758