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Kinderporno-Prozess in Las Vegas

Der deutsche Zauberkünstler Jan Rouven hat sich in einem Kinderpornografie-Prozess überraschend schuldig bekannt. Dem 39-Jährigen aus Kerpen wurde vorgeworfen, auf seinem Computer rund 9000 verbotene Videos und Bilder empfangen, gespeichert und verbreitet zuhaben, darunter auch solche, die sexuelle Handlungen an Kindergartenjungen zeigen. Mit dem Schuldbekenntnis, das er als Teil eines Deals mit der Staatsanwaltschaft ablegte, endete der Prozess schon am Donnerstag (Ortszeit).

Das Strafmaß soll im März 2017 verkündet werden. Den Anklagepunkt der Werbung mit Kinderpornografie ließ die Staatsanwaltschaft fallen. Darauf hätten zwingend mindestens 15 Jahre Haft gestanden. Nach der Verständigung im Strafverfahren drohen Rouven mindestens fünf Jahre Haft, doch sind bis zu 30 Jahre möglich. Nach Verbüßung seiner Strafe dürfte Rouven nach Deutschland abgeschoben werden.

Auftritte in Las Vegas

Der Angeklagte war in Las Vegas mit der Show “The New Illusions” aufgetreten. Ins Visier der Behörden geriet er, als ein verdeckter Ermittler ihn im August 2014 als Sammler von pornografischem Material identifizierte. Am 16. März wurde Rouven festgenommen und saß seitdem in Untersuchungshaft.

Der Prozess wurde mehrfach verschoben, begann dann aber am Montag. Im Zeugenstand sagte ein FBI-Agent am Donnerstag aus, dass in Rouvens Haus in Las Vegas Computer mit verdächtigem Material beschlagnahmt worden seien, das in passwortgeschützten Dateien entdeckt worden sei.

Das Haus bewohnte der Magier mit seinem Ehemann, der in Gerichtsakten als ein nicht angeklagter Mitverschwörer in dem Fall genannt wird. Behörden zufolge ist Rouvens Lebensgefährte nach Deutschland zurückgekehrt.

Richterin Gloria Navarro ordnete nach Rouvens Schuldbekenntnis an, dass dieser sich für den Rest seines Lebens als Sexualverbrecher registrieren lassen und 5000 Dollar (rund 4665 Euro) Entschädigung an jedes identifizierte minderjährige Opfer zahlen müsse.

Entschädigungszahlungen an die Opfer

Rouvens Anwalt Jess Marchese ging davon aus, dass rund 85 sexuell ausgebeutete Kinder ausfindig gemacht worden seien. Das bedeutet, dass der Magier mit Entschädigungszahlungen von rund 425.000 Dollar rechnen müsste.

Zunächst hatten dessen Anwälte Beweise angekündigt, wonach es nicht er gewesen sei, der die Videos und Bilder herunterlud. Vielmehr habe sich eine andere Person Zugriff zu seinen Internet-Konten verschafft.

Vor Gericht hatten dann jedoch weder seine Verteidiger noch Rouven selbst dieses Argument vorgebracht. Anwalt Marchese erklärte indes nach der Anhörung, der Deal mit der Staatsanwaltschaft sei im besten Interesse seines Mandanten.

(ap/csr)

Article source: http://www.rp-online.de/panorama/ausland/kinderpornografie-deutscher-zauberer-jan-rouven-bekennt-sich-schuldig-aid-1.6404413