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Lage der Liga

Die Berliner sind auf der Seite der Bösen, weil sie oft foulen – fanden die Dortmunder, die sich auf der Seite der Guten, weil Fairen, wähnen, schon vor dem 1:1 am Freitag. Der böse HSV stahl in Mönchengladbach einen Punkt, den er nicht verdient hatte – fanden die Gladbacher, die sich auf der guten Seite sahen, weil sie eben eklatant mehr darin investiert hatten, dem Ziel des Spiels gerecht zu werden und ein Tor zu schießen.

Die Fußballwelt an sich ist böse und hat den FC Ingolstadt in Köln betrogen – fand der Gast aus Bayern nach mehreren Fehlentscheidungen gegen sich, den guten Underdog. Und Christian Streich, Trainer des per se guten, weil eben aus einer so schönen Ecke Deutschlands stammenden SC Freiburg, witterte nach der Niederlage in Hoffenheim (Sie ahnen es: Die sind böse, weil sie einen Mäzen im Rücken haben) einfach mal grundlegend Machenschaften.

Wer jetzt seinen Verein bei den Bösen verortet sieht, sollte sich aber nicht grämen. Die Rollenverteilung wechselt im Lauf der Saison immer mal wieder. Wer heute gut ist, kann schon am nächsten Spieltag unfair sein, hat den Schiedsrichter beeinflusst oder nichts dafür getan, gewinnen zu dürfen. Das Problem ist nur, dass die Tabelle kein gut und böse kennt, sondern nur gut und schlecht. Genau das entspricht dem Wesen des Sports.

Gut und Böse ist im Märchen viel besser aufgehoben.

Quelle: RP