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Leichtathletik in Rio – Bolt im Finale, Gatlin raus – Mihombo verpasst Weitsprung

Bolt präsentierte sich hingegen bestens aufgelegt. Der 29-Jährige unterstrich mit leicht und locker herausgelaufenen 19,78 Sekunden seinen Anspruch auf das Sprint-Double nach seinem Triumph über die 100 m. In dieser Verfassung dürfte Bolt kaum zu schlagen sein – zumal Gatlin patzte.

Hinter Bolt meldete der Kanadier Andre de Grasse, der schon Bronze über 100 m gewonnen hatte, mit 19,80 Sekunden Medaillenansprüche an. Auch mit LaShawn Merritt (19,94/USA) dürfte zu rechnen sein.

Mihombo verpasst Bronze

Die Europameisterschafts-Dritte Malaika Mihambo hat bei den Olympischen Spielen in Rio eine Medaille verpasst. Mit der persönlichen Bestleistung von 6,95 Meter wurde die Athletin von der LG Kurpfalz am Mittwoch (Ortszeit) im Weitsprung-Finale Vierte. Die US-Amerikanerin und Weltmeisterin Tianna Bartoletta holte mit 7,17 Metern die Goldmedaille. Brittney Reese (USA), Olympiasiegerin von 2012, gewann mit 7,15 Meter Silber vor der Serbin Ivana Spanovic, die 7,05 Meter weit kam.

Zehnte wurde Sostehne Moguenara (LAZ 05 Saar) mit 6,61 Meter. Bereits in der Qualifikation war Alexandra Wester (ASV Köln) ausgeschieden. Die Russin Darja Klischina musste früh ihre Medaillenhoffnungen begraben und erreichte mit 6,63 Metern nur Rang neun. Die 25-jährige Hallen-Europameisterin von 2011 und 2013 ist die einzige Leichtathletin aus Russland, die nach dem Staatsdoping in ihrer Heimat bei den Rio-Spielen starten durfte.

Röhler und Weber im Speerwurf-Finale

Die deutschen Speerwurf-Asse Thomas Röhler und Julian Weber kämpfen bei den Olympischen Spielen um die Medaillen. Der Weltjahresbeste Röhler darf nach einer gelungenen Qualifikation auf den großen Wurf im Finale an diesem Samstag (01.55 Uhr MESZ) in Rio de Janeiro hoffen.

In der Ausscheidung kam der Jenaer am Mittwoch auf 83,01 Meter. Ganz stark präsentierte sich Julian Weber: Der Mainzer schleuderte den Speer gleich im ersten Versuch auf 84,46 Meter hinaus und konnte seine Tasche packen.

Weber will jetzt auch im Finale dem Publikum einiges zeigen: “Dass ich in der Form meines Lebens bin, dass ich richtig Bock habe und dass ich was drauf habe.” An seine Weite kam in der ersten Gruppe niemand heran. “Ich bin unheimlich froh, dass ich es geschafft habe”, meinte Weber. “Was jetzt kommt ist on the top.” Johannes Vetter aus Offenburg, der ebenfalls zu den weltbesten Werfern in diesem Jahr gehört, war erst im zweiten Durchgang dran.

Röhler übertraf im dritten Versuch die erforderlichen 83,00 Meter. Er hat in diesem Jahr bereits eine Weite von 91,28 Meter vorzuweisen. Wegen Rückenproblemen war er bei der EM in Amsterdam allerdings leer ausgegangen. Letzter deutscher Speerwurf-Olympiasieger war Klaus Wolfermann 1972 in München. Eine Medaille holte danach nur Wolfgang Hanisch (Bronze 1980).

Kazmirek zur Halbzeit Zweiter hinter Weltrekordler Eaton

Kai Kazmirek liegt nach dem ersten Tag im olympischen Zehnkampf auf dem zweiten Platz. Der WM-Sechste von der LG Rhein-Wied hatte nach 100 Metern, Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung und 400 Metern starke 4500 Punkte gesammelt. Die Führung bei den “Königen der Athleten” übernahm wie erwartet Weltrekordler Ashton Eaton. Der Amerikaner strebt seinem zweiten Olympiasieg nach 2012 entgegen. Er sammelte 4621 Punkte.

Hinter Kazmirek lauert Vize-Weltmeister Damian Warner aus Kanada mit 4489 Punkten. Deutlich abgeschlagen ist der als Medaillenkandidat gestartete Arthur Abele. Der Ulmer ist mit 4134 Punkten zur Halbzeit nur 16. Der WM-Dritte des Vorjahres, Rico Freimuth aus Halle/Saale, musste als 18. wegen Rückenbeschwerden aufgeben. Kazmirek, im Vorjahr Sieger beim Traditionsmeeting in Götzis, beendete den ersten Tag mit einer persönlichen Bestzeit von 46,75 Sekunden über 400 Meter.

Eaton führt die diesjährige Weltbestenliste mit 8750 Punkten an – dieses Ergebnis hat außer ihm seit 2009 kein anderer Zehnkämpfer überboten. Sein Weltrekord steht bei 9045 Punkten.

(seeg/sid/dpa)

Article source: http://www.rp-online.de/sport/olympia-sommer/deutschland/olympia-2016-usain-bolt-locker-im-finale-justin-gatlin-raus-aid-1.6195991