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Lokalsport – Pinguine: Bettruhe statt Play-off

Als die Mannschaft der Pinguine gestern nach dem Frühstück im Hotel und anschließend in der Ostrava-Arena ihre sieben Sachen aus der Kabine abholte und sich auf den Heimweg nach Krefeld machten, war in den Gesichtern der Spieler immer noch deutlich der Ärger über die unnötige Niederlage am Vorabend abzulesen. Die Chance, sich mit einem Punktgewinn vorzeitig den Einzug in die erste Play-off-Runde zu sichern, wurde im ersten Drittel leichtfertig verspielt. Bei der Ursachenforschung zog Trainer Franz Fritzmeier einen Vergleich mit dem Hinspiel gegen Ostrava und dem Testspiel gegen Wolfsburg: “Auch da waren wir am Anfang nicht wach genug.” Während im ersten CHL-Duell mit den Tschechen Torwart Patrick Galbraith in den ersten zehn Minuten einen Rückstand verhinderte, erwischte sein Berufskollege Patrick Klein gegen die Grizzlys und in Ostrava einen rabenschwarzen Auftakt. “Wenn man gegen so eine starke Mannschaft wie Vitkovice schnell durch solche Treffer in Rückstand gerät, wirkt sich das natürlich mental auf die Mannschaft aus”, sagte Herberts Vasiljevs. Es sei ein unglücklicher Beginn gewesen: “Wir haben sicher nicht schlecht gespielt. Wir haben direkt kleine Fehler gemacht. Das hat für die Tschechen gut gepasst. So sind manche Spiele. Von da an muss man sich genau so dagegen stemmen, wie wir das gemacht haben. Leider sind wir nicht belohnt worden. Das ist sehr schade.”

Fritzmeier erklärte gestern, dass er in der ersten Pause laut geworden sei, allerdings nicht, um seine Schützlinge zu kritisieren, sondern um sie zu motivieren. Das zahlte sich ab der 20 Minute aus. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Match. Es gab Torchancen auf beiden Seiten. “Die der Tschechen waren sogar größer als bei ihren ersten beiden Treffern”, sagte der Coach. Weil Torwart Klein mittlerweile ein sicherer Rückhalt war und viele der insgesamt 48 Schüsse in diesem Spiel mit teilweise tollen Reaktionen abwehrte, blieb es bis zum Schluss ein enges Match. In der letzten Minute lag sogar der Ausgleich zum 4:4 in der Luft. Obwohl Daniel Pietta ein Bully verlor, blieb der Puck im gegnerischen Drittel. Leider geriet Kyle Klubertanz an der blauen Linie kurz unter Druck und verlor die Scheibe. Das nutzte Vitkovice zum Empty-Net-Treffer.

Trainer Fritzmeier begann bereits nach Spielende mit der Vorbereitung auf das morgige Spiel bei Kärpät Oulu und ordnete für seine Spieler ab 24 Uhr Bettruhe an: “Wenn wir den einen Punkt geholt hätten, wäre eine Party drin gewesen. Jetzt müssen wir uns optimal auf Oulu vorbereiten.” So wurde für die Spieler nichts aus der erhofften Play-off-Party in einem der vielen Pubs in Ostravas Centrum. “Wenn wir das Ziel in Oulu schaffen, kann dort gefeiert werden. Das wird für die Jungs dann natürlich ein teurer Spaß”, meinte der Coach. Allerdings ist nicht unbedingt damit zu rechnen, dass sich die Pinguine morgen Abend nach dem letzten Gruppenspiel ins finnische Nachtleben stürzen dürfen. Mit einem Sieg, egal ob nach 60 Minuten oder danach, wäre der zweite Gruppenplatz unter Dach und Fach. Bei nur einem Punkt müsste es nach 60 Minuten wenigstens 3:3 stehen. Dann hätten die Pinguine genau wie Ostrava vier Punkte und die gleiche Tordifferenz wie Vitkovice, aber ein Tor mehr geschossen. Bei gleicher Anzahl der erzielten Treffer steht die Mannschaft auf Platz zwei, die im direkten Vergleich bei ihrem Sieg mehr Tore erzielt hat. Und das wäre dann Ostrava. Große personelle Veränderungen sind morgen nicht zu erwarten. Fritzmeier will eventuell Vasiljevs, wie schon in Ostrava ab der 30. Minute, diesmal schon von Beginn an zum Duo Pietta/Müller stellen. Ob Patrick Galbraith weiter geschont wird, soll sich heute Abend nach dem Abschlusstraining entscheiden. Der Däne fliegt mit nach Finnland: “Selbst wenn er nur beim Training dabei sein kann, ist das besser als zu Hause zu bleiben”, sagte Fritzmeier.

Quelle: RP

Article source: http://www.rp-online.de/sport/eishockey/kev/pinguine-bettruhe-statt-play-off-party-aid-1.6247574