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Ludwigshafen – Ein Toter bei Explosion auf BASF

Das Opfer haben sowohl die Stadt Ludwigshafen als auch BASF selbst bei einer gemeinsamen Pressekonferenz bestätigt. Sechs Menschen seien schwer verletzt worden, zwei weitere wurden leicht verletzt. Der Verbleib von sechs Menschen sei noch ungeklärt, sagte der BASF-Werksleiter Ludwigshafen Uwe Liebelt.

Der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz, sprach den Betroffenen die Anteilnahme der Landesregierung aus.

Der Zwischenfall ereignete sich nach Angaben des Unternehmens am Montagvormittag gegen 11.30 Uhr im Landeshafen Nord. Ersten Erkenntnissen zufolge war es zu einem Brand an einer Versorgungsleitung gekommen. Nach Eintreffen der Werksfeuerwehr sei es den Angaben zufolge zu einer größeren Explosion in einem Rohrgraben gekommen. In diesem Graben haben laut Aussage der Feuerwehr acht Leitungen mit unterschiedlichen Chemikalien gelegen. Das Feuer selbst sei noch nicht gelöscht, aber unter Kontrolle.

Es waren Einsatzkräfte aus der gesamten Region im Einsatz, darunter auch ein Feuerlöschboot aus Mannheim.

Im Landeshafen Nord werden nach Angaben der BASF brennbare Flüssigkeiten und unter Druck verflüssigte Gase umgeschlagen, die Menge liege jährlich bei 2,6 Millionen Tonnen. Der Hafen sei für die Rohstoffversorgung des Unternehmens von großer Bedeutung.

BASF hat seine zentralen Produktionsanlagen vorsichtshalber stillgelegt. Die sogenannten Steamcracker seien aus Sicherheitsgründen heruntergefahren worden, sagte eine Firmensprecherin. Die Cracker sind an dem Standort die Herzstücke, in den Anlagen werden petrochemische Ausgangsstoffe aufgespalten.

Die Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben, Türen und Fenster geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Im Norden von Ludwigshafen seien die Warnsirenen geschaltet worden, sagte eine Sprecherin der Stadt. Bei der Berufsfeuerwehr sei ein Krisenstab eingerichtet worden. Die Luftwerte sind laut Aussage der Behörden allerdings im Normbereich und stellen keine Gefahr für die Bevölkerung dar..

Warnung auch für Mannheim

Auf der Internetseite der benachbarten Stadt Mannheim hieß es, es sei nicht auszuschließen, dass eine Rauchwolke über das Stadtgebiet zieht. Auch dort sollten die Menschen vorsichtshalber Fenster und Türen geschlossen halten. Weitere Hintergründe waren zunächst unklar. Die Feuerwehr gab eine Gefahrenwarnung heraus.

Autofahrer sollten den Bereich großräumig umfahren. Über dem Norden der Stadt war eine große Rauchwolke aufgestiegen. Es könne zu Geruchsbelästigungen und Sichtbehinderungen in den nördlichen Stadtteilen kommen, erklärte die Feuerwehr.

Nach der Explosion ist die Homepage der Stadt Ludwigshafen zwischenzeitlich nicht erreichbar gewesen. Dort hatte die Stadt am Montag die Bevölkerung über aktuelle Entwicklungen bei dem Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei informiert. Per Twitter veröffentlichte die Stadtverwaltung die Nummer eines Info-Telefons: +49 621 57086000.

BASF wickelt an seinem Heimatstandort Ludwigshafen mehr als 40 Prozent des dortigen Güterumschlags über Binnenschiffe ab. Insgesamt sind dort drei Häfen in Betrieb. Das Werksgelände in der rheinland-pfälzischen Stadt am Rhein ist nach Angaben des Unternehmens mit rund zehn Quadratkilometern Fläche das größte zusammenhängende Chemieareal der Welt. Dort arbeiten mehr als 39.000 Beschäftigte, das entspricht etwa einem Drittel aller BASF-Mitarbeiter weltweit.

Diese Karte zeigt den Ort des Firmengeländes von BASF in Ludwigshafen.

(felt/bur/hebu/dpa/Reu/AFP)

Article source: http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/explosion-bei-basf-in-ludwigshafen-2016-ein-toter-und-sechs-verletzte-sechs-vermisste-aid-1.6331298