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Marcel Sobottka

“Das muss die Hand Gottes gewesen sein”, schrieb eine Userin bei Twitter, anders könne sie sich das Tor nicht erklären. Tatsächlich, wenn man die Zeitlupe zur Hilfe nimmt, war es in der 21. Minute der Arm Sobottkas, der getroffen wurde. Das sorgte im Pokalspiel für ein Tohuwabohu auf dem Platz.

Hansa-Torhüter Marcel Schuhen rannte zu Schiedsrichter Frank Willenborg, um ihm seine Sicht der Dinge zu erklären. Der Rostocker Mittelfeldspieler Dennis Erdmann patschte mit der Hand wie wild auf seinen Arm. Andere fassten sich nach dem Motto “Das darf nicht wahr sein” an den Kopf. Hand sei es gewesen, glasklar. Eine blau-weiße Spielertraube bildete sich. Der Arbeitstag des Referees wurde spannend.

Doch was war genau passiert? Einen Torschuss von Sobottka konnten die Gastgeber vor der Linie klären. Der Düsseldorfer setzte nach, ging zum Kopfball hoch und wurde von Hansa-Torhüter Schuhen nach unten gedrückt. Der Ball berührte den rechten Arm des Fortunen – und trudelte über die Linie.

“Marcel bekommt einen Stoß, nur deshalb geht der Ball an die Hand”

Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel fand: “Das war ein einwandfreies Tor. Marcel bekommt einen Stoß, nur deshalb geht der Ball an die Hand.” Der Unparteiische Willenborg sah das im ersten Moment jedoch nicht so klar, grübelte kurz und fragte sich schließlich durch. “Er hat tatsächlich erst mich gefragt, ob ich den Ball mit der Hand gespielt hätte”, sagte Oliver Fink, der allerdings betont habe, bei der Aktion gar nicht in unmittelbarer Nähe des Geschehens gewesen zu sein.

Willenborg machte Meter, kam schließlich auf Sobottka zu, der die Szene nach dem Schlusspfiff so beschrieb: “Zum 1:0 kann ich nur sagen, dass ich auf der Torlinie zum Kopfball hochgehe und einen Stoß von hinten bekomme. Dann liege ich auf dem Boden, der Ball ist drin und alle Rostocker meckern mich an.” Er wisse nicht, wie er das Leder reingedrückt habe. “Sicher kann ich nur sagen, dass ich nicht absichtlich die Hand zum Ball bewegt habe. Das habe ich auch dem Schiedsrichter gesagt.”

Marcel Sobottka hätte sich weniger Diskussionen gewünscht

Später sei er noch einmal zum Referee gegangen, der das Tor mittlerweile auf Video gesehen hatte. “Er sagte, es sei ein regelkonformer Treffer gewesen”, erklärte Sobottka. Der Sechser traf nach 57 Minuten noch einmal, wurde zum “Man of the Match” gewählt. Stunk gab es trotzdem, was den 22-Jährigen ärgerte. Er hätte sich weniger Diskussionen gewünscht. “Dass mich Rostocker Spieler nach dem Spiel beschimpfen und als ehrlos bezeichnen, das ist schon hart. Es muss jeder selber wissen, ob er so etwas tun sollte.”

Sobottka traf in Rostock übrigens nicht nur das Tor, sondern auch Teamkollege Axel Bellinghausen. “Beim Jubel nach dem 2:0 habe ich mir ein bisschen weh getan, weil Marcel die Hüfte rausstreckt und mich mit dem Beckenknochen trifft. Aber der hat heute eben alles getroffen, der gute Junge.”

Article source: http://www.rp-online.de/sport/fussball/fortuna/marcel-sobottka-dass-mich-rostocker-spieler-beschimpfen-ist-hart-aid-1.6202322