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Martin Schulz’ Wechsel nach Berlin

Bereits am Mittwoch erklärte er, den Vorsitz des EU-Parlaments abgeben zu wollen und in die Bundespolitik zu wechseln. Die Entscheidung sei ihm nach fünf Jahren als EU-Parlamentspräsident nicht leicht gefallen, denn das Amt des EU-Parlamentspräsidents sei eine große Ehre und er habe viel erreichen können. Er wolle aber dem europäischen Gedanken treu bleiben und freue sich auf seine neuen Aufgaben. “Ich werde nun von der nationalen Ebene aus für das europäische Projekt kämpfen”, sagte Schulz. “Die europäische Einigung ist in meinen Augen das größte Zivilisationsprojekt der vergangenen Jahrhunderte.”

Zu den Spekulationen um seine Person sagte Schulz nichts. Die SPD wollte trotz des Wechsels von Schulz nach Berlin am Zeitplan bei der Kanzlerkandidatenfrage festhalten. Es bleibe dabei, dass die K-Frage Ende Januar auf einer Vorstandsklausur entschieden werde, sagte ein Sprecher von Parteichef Sigmar Gabriel.

Bei der Suche nach einem SPD-Kanzlerkandidaten gilt Schulz als mögliche Alternative zu Gabriel. Er wird in der SPD aber auch für die Nachfolge von Außenminister Frank-Walter Steinmeier favorisiert. 

Das EU-Parlament wählt voraussichtlich am 17. Januar einen neuen Präsidenten. Sozialdemokraten und Europäische Volkspartei im EU-Parlament hatten nach der Europawahl 2014 vereinbart, dass Schulz nur die Hälfte der Amtszeit ausübt und dann ein Mitglied der EVP übernimmt. Wen die EVP ins Rennen schickt, steht noch nicht fest.

Schulz stammt aus Nordrhein-Westfalen. Er wurde am 20. Dezember 1955 in Hehlrath/Eschweiler geboren. Noch bis zum 17. Januar 2017 ist er amtierender EU-Parlamentspräsident.

(jeku)

Article source: http://www.rp-online.de/politik/martin-schulz-wechselt-in-die-bundespolitik-aid-1.6417933