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Mönchengladbach – Sparkasse verweigert Kunden vier Tage Geld

Peter Schumacher ist sauer. Obwohl er Geld auf seinem Konto bei der Stadtsparkasse Mönchengladbach hatte, verweigerten ihm die Mitarbeiter am vergangenen Freitag die Auszahlung – und hatten damit nicht einmal ganz Unrecht. Trotzdem war das Ergebnis für ihn und potenziell eine ganze Menge weiterer Sparkassen-Kunden ernüchternd. Übers lange Wochenende hatte Schumacher kein eigenes Geld, und hätte sich nichts zu essen kaufen können, wenn ihm Freunde nicht aus der unverschuldeten Klemme geholfen hätten. “Das ganze lange Wochenende über gab es kein Geld. Für Familien mit Kindern ist das schlimm. Viele sind sehr wütend”, schimpft er. Auch andere Leser berichteten uns von diesem Zustand am Dienstag. 

Erst am Mittag konnte er über das Geld auf seinem Konto verfügen, obwohl die Zahlung vom Jobcenter bereits am vergangenen Freitagmorgen eingegangen war. Der Grund: Der 47-Jährige besitzt ein so genanntes P-Konto bei der Sparkasse. Dabei sind 1.073,88 Euro im Monat als Freibetrag vor der Pfändung geschützt. Über diese Summe kann er frei verfügen im Monat. Ob diese Grenze aber nicht schon erreicht ist, das prüft die Sparkasse bei jedem Zahlungseingang aufs Neue, vorher gibt es kein Geld. Und dafür nimmt sie sich Zeit. “Aus dem Kontostand ist in der Regel nicht ersichtlich, über wie viel Guthaben der Kunde verfügen kann”, erklärt die Sparkasse. Das müsse bankarbeitstäglich nach Kassenschluss neu ermittelt werden. “Das führt dazu, dass bei P-Konten über Zahlungseingänge regelmäßig erst am nächsten Bankarbeitstag verfügt werden kann.” In diesem Fall lag auch noch ein langes Wochenende dazwischen: Also gab es vier Tage lang kein Geld für Schumacher und weitere betroffene Kunden. Das können viele sein, insgesamt führt die Stadtsparkasse mehr als 8800 P-Konten. Die Sparkasse bedaure dies, könne es aber aufgrund der Gesetzeslage nicht ändern, hieß es.

Die Verbraucherzentrale NRW kennt solche Fälle gut. “Es gibt regelmäßig am Monatsende solche Probleme”, sagt Pamela Wellmann, Juristin im Fachbereich Kredit bei der Verbraucherzentrale. “Es ist klar, dass nach Zahlungseingang erstmal der pfändungsfreie Betrag geprüft werden muss. Das kann einige Stunden dauern. Aber ich halte es für unzumutbar, dass das 24 Stunden und mehr dauert.” Eine Entscheidung, wie lange ein Kunde warten muss, gibt es aber nicht. Peter Schumacher kann das nicht nachvollziehen. “Ich erreiche nie den Freibetrag. Was gibt es denn da so aufwendig zu berechnen? Andere Banken geben das Geld am selben Tag frei.”