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Müller erklärt sein Tor-Geheimnis

Thomas Müller hat ein Herz für die Natur, für Pferde und für seine Familie. All das weiß die Menschheit längst, schließlich ist er eine öffentliche Person, inzwischen auch schon 27 Jahre alt und seit mindestens sechs Jahren ein hochgeachteter Hauptdarsteller in diesem Wanderzirkus namens Fußball. Deshalb kennt er sich nicht nur auf dem Rasen, sondern auch in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit bestens aus. Und weil er so ein schlagfertiges, unverkrampftes Kerlchen ist, liegen seine Beliebtheitswerte stets in den höheren Bereichen. Nach dem Länderspiel gegen Tschechien will er zumindest den Medien, seinen treuen Wegbegleitern, etwas zurückgeben. Deshalb sagt er nach seinen beiden Treffern beim 3:0-Sieg in Hamburg: “Ich weiß auch nicht, warum. Aber wenn WM draufsteht, dann klappt’s. Da kann man schöne Geschichten draus machen.” Vielen Dank.

Tatsächlich ist es eine der bemerkenswerten Ironien der jüngeren Fußballgeschichte, dass der Müller-Thomas bei WM-Qualifikationen und WM-Turnieren zuverlässig die Netze zerschießt, während bei allem, das den Stempel EM trägt, ebenso zuverlässig Flaute herrscht. Das Rätsel will er allerdings gar nicht lösen. Und er stellt zu Recht fest: “Wenn ich im dritten EM-Spiel in Frankreich statt zweimal Aluminium zu treffen, einmal ins Netz treffe, hätten wir schon da keine Diskussion mehr geführt.”

Darüber hinaus gibt er sich als braver Arbeiter für die Mannschaft. “Man versucht natürlich, sich Chancen zu erspielen”, erklärt er, “aber meine Aufgabe sehe ich darin, fürs Team zu kämpfen.” Dass er nach seinem zweiten Doppelpack in der Qualifikation (den ersten gab’s beim 3:0 in Norwegen) zum Spieler des Spiels gewählt wurde, findet er natürlich nicht ganz unglücklich. Ihm fällt aber noch rechtzeitig ein, “dass es immer viele Spieler des Spiels gibt. Vor allem bei uns zählt die Mannschaft, wir sind ja die Mannschaft, das ist nicht nur ein Marketing-Gag”. Trotzdem bedauert er es nicht, als Torschütze Auskunft über den Spielverlauf zu geben. Da wird er dann ganz sachlich. “Grundsätzlich”, sagt er, “sind wir zufrieden. Wir haben es seriös gespielt. Luft nach oben gibt es aber immer.”

Selbst bei seiner Trefferausbeute. Müller brachte sein Team nicht nur mit 1:0 in Führung, er scheiterte auch mit zwei Nachschüssen. Den einen parierte der tschechische Torwart Tomas Vaclik glänzend, den zweiten setzte er in Rücklage hoch über das Tor. Doch auch davon lässt er sich nicht verrückt machen. “Ich gehe meinen Weg”, verspricht der Münchner Profi, “und versuche, mich nicht so sehr von positiven oder negativen Erlebnissen beeinflussen zu lassen.” Und so, wie er das sagt, klingt es nicht nur nach dem richtigen Konzept, sondern sogar glaubwürdig.

Quelle: RP

Article source: http://www.rp-online.de/sport/fussball/nationalelf/thomas-mueller-erklaert-nach-sieg-gegen-tschechien-sein-tor-geheimnis-aid-1.6314915