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Proteste gegen Garzweiler II

23 Aktivisten hat die Polizei Aachen am Samstag in Gewahrsam genommen, nachdem sie in das Tagebau-Gelände “Garzweiler II” eingedrungen waren. Das teilte die Polizei bei Twitter mit. Nachmittags lösten die Einsatzkräfte noch eine Sitzblockade einer Gruppe von Demonstranten auf, die die Zufahrtsstraße zum “Skywalk”-Aussichtspunkt bei Jackerath besetzt hielten. Dabei wurden die Beamten “mit Suppe beworfen”, wie ein Polizeisprecher mitteilte. 


Eindrücke vom Klimacamp

FOTO: dpa, cas tmk

Schon um 6.30 Uhr schafften es mehrer Klima-Aktivisten bis auf die unterste Ebene des Tagebaus vorzudringen und sich an ein stillgelegtes Förderband zu ketten. Das teilten die Polizei und die Sprecher des Klimacamps übereinstimmend mit. Sie seien von RWE-Wachleuten entdeckt worden, die Polizei habe die Gruppe in Gewahrsam genommen und einige der Aktivisten nach Aachen gebracht. 

RWE-Power-Sprecher Guido Steffen sagte dazu, dass die Aktivisten den normalen Betrieb nicht unterbrochen hätten. “Der Betrieb läuft uneingeschränkt weiter.” 

Eine weitere Gruppe hatte sich ebenfalls Zutritt zum Gelände verschafft. Auch diese wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen, wie die Polizeisprecherin Petra Wienen mitteilte. Milan Schwarze, Sprecher des Klimacamps, beschwerte sich gegenüber unserer Redaktion, dass auch ein Mitglied mit Presseausweis in der Gruppe gewesen sei und auch in Gewahrsam genommen werden soll. 

Zwei Demonstrationszüge sind seit dem Morgen unterwegs. Allerdings sind es sehr viel weniger Demonstranten, als die ursprünglich angekündigten 900. Ein Zug mit etwa 50 Teilnehmern startete in Borschemich (Alt) in Richtung Tagebau-Aussichtspunkt Mönchengladbach-Wanlo. Nach einer Mahnwache dort wollten die Aktivisten weiter nach Jüchen über Hochneukirch ziehen. Wegen der Hitze unterbrachen die Demonstranten ihren Prostest aber vorzeitig. Nach einer einstündigen Mahnwache beschlossen sie, zurück ins Klimacamp zu gehen. “Schon am Freitag hatten wir einige Aktivisten, die einen Sonnenstich bekommen haben und über Fieber und Übelkeit klagten”, sagte Campsprecher Milan Schwarze. 

Die andere Demonstration begann in Immerath (Alt) mit einer Kundgebung. Ursprünglich wollten rund 100 Demonstranten zum Tagebau-Aussichtspunkt “Skywalk” bei Jackerath ziehen. Doch die Polizei hat den Aussichtspunkt abgeriegelt. Kurzerhand veranstalteten die Aktivisten einen kurzen Sit-in im Schatten und wollten anschließend über die Felder in Richtung Immerath (Alt) zurückziehen. 30 bis 40 Personen hielten ihre Sitzblockade bis zum Nachmittag durch und wurden schließlich von der Polizei von der Straße getragen. Eine Campsprecherin berichtete, dass die Räumung nicht ganz friedlich verlaufen sei. 

Insgesamt sind etwa 1000 Polizisten im Einsatz, “wir haben ausreichend Beamte vor Ort”, sagte Polizeisprecherin Wienen. Die Beamten sichern die Kante des Tagebau-Geländes, um zu verhindern, dass dort weitere Aktivisten eindringen. 

(heif)

Article source: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/erkelenz/proteste-gegen-garzweiler-ii-aktivisten-ketten-sich-an-rwe-foerderband-aid-1.6217964