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Prozess in Düsseldorf

Noch vor Verlesen der Anklage hatte der Verteidiger des Angeklagten den Antrag gestellt, die Öffentlichkeit vom Prozess auszuschließen. Das Gericht gab dem Antrag statt und begründete seine Entscheidung damit, dass andernfalls schutzwürdige Interessen des Angeklagten verletzt werden könnten, weil in der Anklage Details aus seinem persönlichen Lebensbereich zur Sprache kommen könnten. Noch höher als die schutzwürdigen Interessen des Angeklagten wiegen allerdings die des Opfers, das minderjährig ist. 

Der Anwalt des Opfers, das als Nebenkläger auftritt, stellte den Antrag, das Verfahren auszusetzen. Er begründete das damit, dass er keine Chance gehabt habe, sich im Vorfeld der Verhandlung mit der Prozessakte vertraut zu machen. Dies sei aber unabdingbar, bevor der Angeklagte befragt werde. Die Kammer berät.

Auch ein psychiatrischer Sachverständiger soll gehört werden. Nach Informationen unserer Redaktion wird geprüft, ob der Angeklagte in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht werden soll.

Dem angeklagten Koch wird vorgeworfen, den Jungen über das Computerspiel “Minecraft” kontaktiert und dann aus der Schweiz nach Düsseldorf gelockt zu haben. Dort soll der Junge bis zu acht Tage in der Gewalt des Mannes gewesen sein. Die Anklage listet in diesem Zeitraum 15 Fälle des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes auf.

 

(wuk/lsa)