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Sachsen – Polizei geht von IS

Vorgehensweise und das Verhalten des Verdächtigen sprächen derzeit für einen “IS-Kontext”, sagte der Leiter des Landeskriminalamts Sachsen, Jörg Michaelis, in Dresden. Al-Bakr habe im Internet Recherchen zu Sprengstoff durchgeführt. “Es musste davon ausgegangen werden, dass eine Sprengstoffweste kurz vor der Fertigstellung stand oder sogar fertiggestellt war.”

Al-Bakr hatte nach Angaben des sächsischen Innneministers Markus Ulbig einen Asylantrag gestellt, dem im Juli 2015 stattgegeben worden sei. Nachdem er zunächst in einer Erstaufnahmeeinrichtung in München gelebt habe, sei er danach nach Chemnitz gekommen. Auffälligkeiten habe es nicht gegeben.

Der mögliche Komplize des Hauptverdächtigen, der 33-jährige Wohnungsmieter, kam in Untersuchungshaft. Er reiste den Angaben zufolge im September 2015 in Deutschland ein und war zunächst in NRW untergebracht. Im März 2016 erhielt er von der Kreisverwaltung Viersen eine Aufenthaltserlaubnis.

Landsleute erkannten den Verdächtigen

Die Polizei fasste den 22-jährigen Al-Bakr in seiner Wohnung in Leipzig, wo zwei Landsleute ihn festhielten, wie die Polizei auf Facebook mitteilte. Er hatte am Leipziger Hauptbahnhof einen Landsmann angesprochen und gefragt haben, ob er bei ihm schlafen könne. Der Syrer lud ihn demnach zu sich ein und informierte die Polizei.

Auf Facebook teilte die Polizei mit, dass der Verdächtige “sicher identifiziert” sei. Die bundesweite und internationale Fahndung wurde aufgehoben. Über das Wochenende waren die Sicherheitsvorkehrungen an Bahnhöfen und Flughäfen verschärft worden. Die Bundesanwaltschaft führt die Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat.

Am Samstag war der Mann noch dem Zugriff in Chemnitz entkommen. Die Beamten gaben in dem Plattenbau-Viertel einen Warnschuss ab und sahen ihn auch, konnten ihn aber nicht fassen. Das Landeskriminalamt wies Vorwürfe zurück, es sei eine Panne passiert.

Übernahme des Ermittlungsverfahrens

Wie die Generalbundesanwaltschaft berichtet, soll Al bakr am Montag in Dresden dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser wird ihm den Haftbefehl eröffnen und über den Vollzug von Untersuchungshaft entscheiden.

Bereits am Sonntag war der 33-jährige syrische Staatsangehörige Khalil A. dem Haftrichter des Amtsgerichts Dresden vorgeführt worden. Dieser hatte Haftbefehl gegen den Beschuldigten Khalil A. wegen des Verdachts der Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat erlassen und in Vollzug gesetzt. Dem Beschuldigten Khalil A. wird vorgeworfen, Al bakr seine Wohnung zur Nutzung überlassen und für ihn in Kenntnis seiner Anschlagspläne die notwendigen Stoffe im Internet bestellt zu haben.

Flughafen könnte Ziel gewesen sein

Wie der Berliner “Tagesspiegel” (Dienstagausgabe) aus Sicherheitskreisen erfahren hat, bereitete Al bakr offenbar einen Sprengstoffanschlag auf einen der Berliner Flughäfen vor. Unklar sei bislang jedoch, ob der Syrer den Flughafen Tegel oder den im brandenburgischen Schönefeld im Blick hatte.

(crwo/isw/dpa)

Article source: http://www.rp-online.de/politik/chemnitz-verdaechtiger-dschaber-al-bakr-festgenommen-aid-1.6316678