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Sieben Jahre und neun Monate Haft

Nach eineinhalbjähriger Prozessdauer sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Angeklagte Heinz W. sich im Klinikum an insgesamt zwölf jungen Frauen vergangen hat. Sechs der Fälle wertete das Gericht als schwere Vergewaltigung.

Das Gericht sah die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen den 51-Jährigen nach der Beweisaufnahme “ganz überwiegend” als bestätigt an. Dass die Kammer dennoch unter der von der Anklage geforderten Höchststrafe von fünfzehn Jahren Haft blieb, begründete der Vorsitzende Richter damit, dass die Taten zum Teil rechtlich unterschiedlich bewertet wurden.

Die Verteidiger hatten einen Freispruch oder höchstens eine Bewährungsstrafe gefordert. Bis zuletzt hatte W. in dem Prozess beteuert, allein aus medizinischen Gründen gehandelt zu haben. Er habe neue Behandlungsmethoden gegen Beckenvenenthrombosen erproben wollen. Er bestritt in seiner Aussage vom Montag auch die Betäubung der Frauen. Das Verfahren läuft bereits seit eineinhalb Jahren.

Noch kurz vor dem Urteilsspruch wies er erneut alle Vorwürfe zurück und kritisierte die Justiz heftig. Heinz W. sprach von “völlig absurden Anschuldigungen” und warf der Staatsanwaltschaft Lügen vor. 

Der 51 Jahre alte W. war wegen Vergewaltigung von zehn Patientinnen und zwei Praktikantinnen angeklagt. Er soll die Frauen im Alter von 17 bis 28 zunächst betäubt und dann missbraucht haben. Außerdem soll er die 18 Jahre alte Patentochter seiner Frau betrunken gemacht und heimlich leicht bekleidet fotografiert haben.

(bur/das/AFP)

Article source: http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/ehemaliger-bamberger-chefarzt-wegen-vergewaltigung-verurteilt-aid-1.6331221