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Stichproben decken Probleme auf

Das berichtet das WDR-Magazin “Sport inside”, das an verschiedenen Standorten Stichproben gemacht hat. Demnach sei es gelungen, im März 2016 eine Mitarbeiterin in den klubeigenen Ordnungsdienst bei Hertha BSC einzuschleusen, die bis heute weder Personalausweis noch Führungszeugnis vorlegen musste. Dieselbe Ordnerin war nach Angaben des WDR unüberprüft auch beim DFB-Pokalfinale im Mai 2016 im Einsatz, weil die vom DFB beauftragte Sicherheitsfirma klubeigene Hertha-Ordner übernommen hatte.

Hertha BSC teilte dem WDR in einer Stellungnahme mit, den Ausweis der Testperson gesehen zu haben, die Vorlage eines Führungszeugnisses könne sich im Einzelfall verzögern.

Zudem sei es einer Testperson gelungen, sich vor einem Bundesligaspiel durch den Mitarbeitereingang Zugang zum Stadion von Borussia Dortmund zu verschaffen. Der BVB sah sich laut WDR nach schriftlicher Information über die Rechercheergebnisse außer Stande eine Stellungnahme abzugeben, ohne das WDR-Drehmaterial gesehen zu haben.

Als Positivbeispiel nannte der WDR Borussia Mönchengladbach. Testpersonen von “Sport inside” sollten, wie von Sicherheitsexperten gefordert, bei der Anstellung Ausweis und Führungszeugnis vorlegen.

Nach DFB-Schätzungen sollen in den Bundesligen regelmäßig rund 3000 klubeigene Ordner im Einsatz sein, für deren Überprüfung durch Ordnungsbehörden und Polizei es in den meisten Bundesländern keine gesetzliche Grundlage gibt.

Der DFB-Sicherheitsbeauftrage Hendrik Große Lefert sagte zu den Stichprobenergebnissen: “Wir machen selber Ordnungsdienstkontrollen und überprüfen stichpunktartig auch mit Sicherheitsaufsichten sowohl im Ligabetrieb als auch unsere eigenen Veranstaltungen. Insofern nehmen wir die Ergebnisse ernst und werden sehen, was sich daran verbessern lässt.”

(areh)

Article source: http://www.rp-online.de/sport/fussball/bundesliga/sport-inside-sicherheitsluecken-bei-hertha-bsc-und-borussia-dortmund-aid-1.6376997