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Südosten der Türkei

Für das Attentat auf eine Polizeistation im Südosten der Türkei ist nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für den Anschlag verantwortlich. Mindestens 45 Menschen seien verletzt worden, hieß es. Acht Menschen wurden getötet.

Ziel des Anschlags war demnach ein Kontrollpunkt in der Nähe einer Polizeiwache der Stadt Cizre in der Provinz Sirnak. Während der Kontrollen der Polizei sei ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen explodiert, teilte das Gouverneursamt. Die Detonation verursachte an der Wache schwere Schäden. Das Gesundheitsministerium erklärte, zwölf Krankenwagen und zwei Hubschrauber seien an den Anschlagsort entsandt worden.

In der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Cizre an der türkisch-syrischen Grenze hatten sich Soldaten und Polizisten Anfang des Jahres wochenlange Häuserkämpfe mit PKK-Anhängern geliefert, bei denen ganze Straßenzüge zerstört wurden. Die Gefechte in Cizre und anderen Städten im Südosten des Landes waren entflammt, nachdem die PKK in einigen Städten einseitig Autonomiegebiete ausgerufen und diese mit Straßengräben und Barrikaden gegen die Sicherheitskräfte verteidigt hatte.

Der Waffenstillstand zwischen der PKK und der türkischen Regierung war im Juli 2015 nach zweieinhalb Jahren zerbrochen. Seitdem wurden hunderte Sicherheitskräfte bei Angriffen der PKK getötet. Die türkische Armee geht mit aller Härte gegen die PKK im Südosten des Landes vor, um die Kämpfer aus den Städten zu vertreiben.

Die Türkei hatte am Mittwoch zudem mit einem militärischen Großeinsatz in Syrien begonnen und dabei am Donnerstagabend auch erstmals kurdische Stellungen bombardiert.

 

(lai/afp/ap/dpa)