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Torsten Heim zum Ende von "Toto und Harry"

Erst haben Brangelina ihre Trennung verkündet, dann “Toto und Harry”. Was war das denn gestern für ein Tag?

Heim Das stimmt. Aber es ist nicht so, dass das von heute auf morgen gekommen ist. Ich bin jetzt schon seit dreieinhalb Jahren auf einer anderen Wache als Polizeibeamter getrennt von Harry tätig.

Im Februar 2013 waren Sie zum letzten Mal gemeinsam auf Streife. Was ist denn überhaupt neu an der Situation?

Heim Gar nichts. Ich war vor zwei Wochen bei der “Bild”-Zeitung. Da fand man es augenscheinlich interessant, dass wir jetzt nicht mehr zusammen unterwegs sind. Und wenn die “Bild”-Zeitung meint, das wäre wichtig für die Öffentlichkeit, kann sie das natürlich aufgreifen. Harry hat einfach irgendwann gesagt: Mir reicht es, ich werde nervös, ich kann nicht mehr. Wenn das die Anzeichen sind, sollte man darauf Rücksicht nehmen. Wenn das nichts für ihn ist, dann muss er seinen eigenen Weg suchen. Er ist ja auch erwachsen, da geht man vernünftig miteinander um und gut.

Sie meinen also, das meinte Harry mit den “negativen Erfahrungen”, von denen er bei der Zeitung gesprochen hat?

Heim Unsere Charaktere sind ja so: Ich bin der Voranmarschierer, der Wegräumer, der vor nichts fies ist, egal welcher Dreck – mit einer burschikosen Art, aber immer offen, ehrlich, geradeheraus. Und Harry ist eher der Sensible, Schüchterne, Zurückhaltende. Dass wir eben so unterschiedliche Charaktere sind, hat “Toto und Harry” ausgemacht. Deswegen hat ihn das augenscheinlich aber ein bisschen mehr belastet. Also hat er gesagt: Ich möchte nicht mehr. Und dann ist das auch gut. Gesundheit geht vor.

Also beziehen Sie seine Äußerungen nicht auf sich, sondern auf das Rampenlicht, in dem Sie standen?

Heim Genau. Er wollte in der Redaktion nicht aus dem Nähkästchen plaudern, das mache ich ja jetzt auch nicht. Aber Du stehst eben immer auf dem Präsentierteller. Und natürlich gab es auch Missgunst. Uns wehte schon ein Gegenwind entgegen. Die kleine Anfrage vom CDU-Abgeordneten Peter Biesenbach zum Beispiel, ob wir auch alle Nebentätigkeiten angemeldet haben. Da guckt dann die Verwaltungspolizei auch drauf. Das ist natürlich Wahnsinn, der einen belastet.

Es stimmt also, dass es deswegen im Polizeipräsidium Bochum Ärger gab, obwohl die Aufnahmen in Eurer Freizeit gemacht wurden?

Heim “Toto und Harry” hatten doch sehr viel Spannung reingebracht in die Behörde. Die Präsidentin hat ganz klar zu verstehen gegeben, dass das hier in Bochum nicht mehr weiterlaufen soll. Ich wollte so oder so aber mal wieder wechseln und hab dann die Konsequenzen daraus gezogen. Also bin ich freiwillig auf eine andere Polizeiwache gegangen und hab den Druck von den Kollegen genommen.

Als Kult-Cops im Ausland – in Alaska, Jamaika, Südkorea – sah das zwischendurch aber noch ziemlich entspannt aus.

Heim Genau, wir waren da nochmal zusammen unterwegs für Kabel eins. Das war Harrys großer Wunsch. Da haben wir auch miteinander vernünftig gedreht, das hat alles funktioniert. Wir sind unterwegs gewesen, hatten tolle Erlebnisse zusammen.

Sind Sie traurig über das Ende?

Heim Eine kurze Zeit war ich sehr traurig. Manche Dinge hatte ich ein bisschen anders in Erinnerung in unserer Freundschaft. Aber gut: Da putzt man sich den Mund ab. Eine Tür geht zu, eine andere geht auf. Gesundheit geht vor.

Und wie geht es jetzt für Sie weiter?

Heim Ich hab schon seit drei Jahren eine Firma ohne Harry, da mache ich Comedy mit Horst Freckmann. Wir spielen zum Beispiel demnächst im Beerdigungsinstitut. Da bin ich ganz stolz drauf.

Wissen Sie auch, was Harry macht?

Heim Nein. Ich habe ja dienstlich nichts mehr mit ihm zu tun – und eben auch andere Projekte im Kopf. Ich hab Familie, ich hab Kinder, ich geh 41 Stunden bei der Polizei arbeiten. Das muss ich machen – und fertig.

Das Interview führte Vera Kämper.