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Touristenort Hua Hin

Zu den Explosionen kam es im Touristenort Hua Hin, 198 Kilometer südlich von Bangkok, auf der Urlaubsinsel Phuket sowie an drei weiteren Orten in Thailand. Sie ereigneten sich kurz nacheinander in der Nacht zum Freitag und am Freitagmorgen. Binnen weniger Stunden seien insgesamt zehn Bomben detoniert, teilten die Behörden mit.

Erste Explosionen in Hua Hin

Im Touristenort Hua Hin waren zunächst am Donnerstagabend in einem Kneipenviertel zwei Bomben explodiert. Dabei war nach Polizeiangaben eine Thailänderin getötet worden. 22 Menschen wurden verletzt, wie eine Sprecherin sagte. Unter den Verletzten sollen außer zwei Niederländern auch Österreicher und Italiener sein. Das Auswärtige Amt bestätigte inzwischen, dass auch drei Deutsche verletzt wurden.

Laut einem Polizeivertreter explodierte die erste Bombe dabei vor einer Kneipe, die zweite eine halbe Stunde später etwa 50 Meter entfernt. Die Sprengsätze sollen in Blumenkübeln versteckt gewesen. Sie seien offenbar über Handys ferngezündet worden, sagte Hua Hins Distriktchef Sutthipong Klai-Udom.

Weitere Explosionen auch auf Phuket

Am Freitagmorgen gingen dann in Hua Hin zwei weitere Sprengsätze nahe des Uhrenturms in die Luft, wobei nach Behördenangaben ein weiterer Mensch getötet wurde. Auch von der Urlauberinsel Phuket wurden am Morgen zwei Bombenexplosionen gemeldet, zu der es in der Nähe des ebenfalls bei Urlaubern beliebten Badestrands Patong kam. Dort wurde nach Polizeiangaben mindestens ein Taxifahrer verletzt.

Mehrere hundert Kilometer von Hua Hin entfernt explodierte im Süden von Thailand eine weitere Bombe. Die Explosion habe eine städtische Angestellte getötet, teilte der Gouverneur der Provinz Surat Thani, Wongsiri Promchana, mit. Der Sprengsatz sei in einem Blumenbeet vor dem Revier der Küstenpolizei in die Luft gegangen. Zuvor hatte es am Donnerstagnachmittag in einem Einkaufszentrum in der Stadt Trang eine Explosion gegeben. Dabei wurde eine Person getötet, sechs weitere wurden verletzt.

“Attentate tragen dieselbe Handschrift”

Die genauen Hintergründe zu den Explosionen sind noch unklar, allerdings gehen die Behörden davon aus, dass sie miteinander in Zusammenhang standen: “Die Bombenattentate tragen dieselbe Handschrift”, sagte Armeegeneral Danai Kritmethavee vor Journalisten. “Wir gehen zurzeit davon aus, dass es sich um eine koordinierte Attacke handelt.”

Außerdem handele es sich nicht um Terroranschläge, sondern um “örtliche Sabotage aufgrund von inneren Angelegenheiten”. Damit könnte gemeint sein, dass hinter den Explosionen Aufständische oder Gegner der Militärregierung des südostasiatischen Landes stecken. Am vergangenen Sonntag stimmten die Thailander in einem umstrittenen Referendum für eine von der Junta unterstützte neue Verfassung.

Der Chef dieser Militärjunta in Bangkok, Prayuth Chan-Ocha, wertete die Anschlagsserie in einer ersten Reaktion als Versuch, “Chaos und Verwirrung zu stiften”. Es gebe keine Grund, “in Panik zu verfallen”, sagte er vor Journalisten. Wer hinter den Anschlägen stecke und welche Motive eine Rolle spielten, wisse er nicht. Die Ermittlungen seien angelaufen.

Das Auswärtige Amt erklärte am Freitag in Berlin, weitere Anschläge könnten nicht ausgeschlossen werden. Es riet daher zu “äußerster Vorsicht” und empfahl Reisenden, öffentliche Plätze und Menschenansammlungen zu meiden.

Vor knapp einem Jahr waren bei einem Anschlag in Bangkok zudem an einem beliebten Hindu-Schrein 20 Menschen getötet worden, die meisten davon ausländische Touristen. Es war der blutigste Anschlag der jüngeren Geschichte des Landes. Die Behörden machen zwei Uiguren aus dem Westen Chinas dafür verantwortlich. Die beiden Männer, die demnächst vor Gericht erscheinen sollen, bestreiten jedoch jede Verwicklung.

(csi/isw/lai/afp/ap/dpa)

Article source: http://www.rp-online.de/panorama/ausland/anschlaege-thailand-2016-vier-tote-bei-explosionen-aid-1.6180541