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Uedem/Kervenheim

Ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei hatte am Dienstag 21 Kartons mit dem giftigen Material gefunden. Er hatte die Polizei verständigt, die das Arsen sicherstellte. Ein Mitarbeiter der Behörde StraßenNRW transportierte die Kartons auf einem Anhänger ab. Sie wurden nach Goch gebracht, wo sie jetzt bei der Feuerwehr lagern. Normalerweise würde ein solcher Fund umgehend und sachgerecht entsorgt. Da das Arsen aber vermutlich aus einem Diebstahl in Duisburg stammt, werden Experten der Polizei die Kisten noch einmal genau untersuchen. Gesucht werden Spuren, die Hinweise auf die Möglichen Täter liefern können.

Wie berichtet, sind in Duisburg vor vier Monaten 250 Kilogramm Arsen von einem Lastwagen gestohlen worden. Die Ladung stammt von einer Firma aus Niedersaschen und sollte ins Ausland zur industriellen Weiterverarbeitung transportiert werden.

In Duisburg hatte der Fahrer einen Zwischenstopp eingelegt. Der Wagen war über das Wochenende auf einem etwas abgelegenen Industriegebiet im Stadtteil Neuenkamp abgestellt gewesen. In diesem Gebiet an der Paul-Rückerstraße stehen öfter am Wochenende Lastwagen. Der Fahrer hatte am Montag entdeckt, dass beim Auflieger die Plane zerschnitten und die Ladung gestohlen war. Seitdem ermittelt die Polizei.

Viele Einzelheiten wollen die Beamten in Duisburg mit Hinweis auf ein laufendes Verfahren nicht mitteilen. Fest steht aber, dass ein erster Teil der Arsenladung bereits im September gefunden worden war. Da waren Kartons mit Gift in den Niederlanden entdeckt worden. 14 Kilogramm stellten die Behörden sicher. Zusammen mit den 210 Kilogramm aus Kervenheim sind damit inzwischen 224 Kilogramm der hochgiften Substanz wieder aufgetaucht. Wo sich der restliche Stoff befindet, ist offen. Die Polizei hatte die Umgebung abgesucht und auch einen Hubschrauber eingesetzt.

Bislang gehen die Ermittler offenbar davon aus, dass die Täter den Stoff nicht gezielt gestohlen haben, sondern es eher ein Zufallsdiebstahl war. Vielleicht fanden sie keinen Abnehmer und entsorgten den Stoff daher an der A 57. Bei der Chemikalie handelt es sich um Arsen in reiner Form. In den Kisten wurde es in Kristallform gelagert. Gefährlich werde es vor allem bei Kontakt mit Wasser, aber auch Hautkontakt sollte nach Möglichkeit vermeiden werden. Da die Kisten noch unbeschädigt waren, sei davon keine direkte Gefahr ausgegangen, so die Polizei.

Arsen ist vor allem durch Krimis als Mordwaffe bekannt, es wird aber auch in der Industrie eingesetzt. Arsen wird beispielsweise Bleilegierungen zugesetzt, um ihre Festigkeit zu verbessern und das Blei gießbar zu machen. Vor allem die fein strukturierten Platten von Akkumulatoren könnten ohne Arsen nicht gegossen werden.

Quelle: RP

Article source: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/goch/polizei-sucht-das-verschwundene-arsen-aid-1.6385729