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Urteil in Wuppertal – Gericht spricht "Scharia

Die sieben Männer waren wegen Verstoßes gegen das Uniformverbot angeklagt. Das Strafverfahren begann am 9. November 2016. Angeführt wurde die Truppe von dem gebürtigen Mönchengladbacher Salafisten Sven Lau.

Am Abend des 3. Septembers 2014 hatten Sven Lau und einige Glaubensbrüder die nächtliche Patrouille in Warnwesten gestartet. Die Islamisten machten auf die Verhaltensregeln der radikalen Muslime aufmerksam, wie sie in streng islamischen Staaten gelten: kein Alkohol, kein Glücksspiel, keine Musik, keine Drogen. Ihren Auftritt hatten die Salafisten selbst gefilmt und ins Internet gestellt. Der Auftritt hatte bundesweit für Empörung gesorgt.

Nicht mehr angeklagt war in dem Wuppertaler Verfahren Sven Lau. Er muss sich derzeit vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf wegen mutmaßlicher Unterstützung einer ausländischen Terrorvereinigung verantworten.

Das Landgericht Wuppertal hatte die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen die selbsternannte Schariapolizei ursprünglich mit der Begründung abgelehnt, bei den Warnwesten habe es sich nicht um Uniformen gehandelt. Gegen den Beschluss der Strafkammer legte die Staatsanwaltschaft allerdings erfolgreich Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf ein, so dass der Fall nun doch vor der Wuppertaler Kammer verhandelt werden musste.

(felt/lnw/AFP)

Article source: http://www.rp-online.de/nrw/panorama/wuppertal-gericht-spricht-alle-angeklagten-im-scharia-polizei-prozess-frei-aid-1.6410495