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Viermal Edelmetall

Vier Tage nach seinem Olympiasieg im Canadier-Einer hat Rennkanute Sebastian Brendel in Rio de Janeiro auch im Zweier die Goldmedaille geholt. Zusammen mit seinem Teampartner Jan Vandrey wurde Brendel über 1000 Meter Olympiasieger.

Das Duo setzte sich am Samstag im Canadier-Zweier über 1000 Meter vor Brasilien und der Ukraine durch. “Unser Endspurt ist gut gekommen. Das ist unglaublich. Großer Respekt an den Jungen”, sagte Brendel in Richtung Vandrey. Der Youngster war nach dem Zieleinlauf überwältigt: “Ein bisschen nervös? Das war schon sehr aufregend.” Zumal das deutsche Boot noch zur Hälfte weit zurückgelegen hatte, doch Brendel und Vandrey hatten das größte Stehvermögen.

Ursprünglich hätte der Deutsche Kanu-Verband (DKV) in Rio de Janeiro in dieser Klasse gar kein Boot an den Start schicken können. Lediglich Brendel hatte sich im Canadier-Bereich einen Quotenplatz gesichert. Erst nach dem Ausschluss des weißrussischen Männerteams wegen Dopings rückte Vandrey nach.

Nach dem Rennen gab es für Brendel noch eine gute Nachricht. Er wird am Sonntag bei der Schlussfeier die deutsche Fahne tragen. Brendel wusste gar nicht, wie ihm geschah, als er von der großen Ehre erfuhr: “Ich freue mich sehr. Das ist der Wahnsinn, unbeschreiblich. Davon träumt jeder Sportler. Die deutsche Mannschaft anzuführen, ist der Wahnsinn!”

Gold auch im Kajak-Vierer

Rund eine Stunde später bescherte der Kajak-Vierer der Männer den deutschen Kanuten das zweite Gold des Tages und das vierte insgesamt. Die Zweier-Olympiasieger Max Rendschmidt und Marcus Groß setzten sich mit ihren Bootskollegen Max Hoff und Tom Liebscher am Samstag nach 1000 Metern vor der Slowakei und Tschechien durch.

“Jetzt können wir zusammen feiern und haben doppelt so viel Spaß wie im Zweier”, sagte Rendschmidt, Groß berichtete: “Wir haben den Zwischensprint angezogen und ich hatte schon ein Grinsen auf dem Gesicht.”

Kajak-Vierer paddelt zu Silber

Der Kajak-Vierer der Frauen mit Sabrina Hering (Hannover), Franziska Weber (Potsdam), Steffi Kriegerstein (Dresden) und Tina Dietze (Leipzig) holte über 500 m Silber hinter Ungarn und vor Weißrussland.

Für Weber/Dietze ist es bereits die zweite Medaille in Rio. Die London-Olympiasiegerinnen hatten im Kajak-Zweier über 500 m Silber gewonnen.

Bronze nach dramatischen Foto-Finish für Rauhe

Zuvor hatte Ronald Rauhe im Kajak-Einer auf dramatische Weise die Bronzemedaille geholt. Rauhe paddelte zusammen mit dem Spanier Saul Craviotto hinter dem britischen Sieger Liam Heath und dem Franzosen Maxime Beaumont als Dritter ins Ziel. Zunächst leuchtete bei Rauhe Platz vier auf, obwohl er zeitgleich mit dem Spanier war. Nach Ansicht des Zielfotos wurde aber entschieden, dass beide Athleten gleichauf waren.

“Ich habe meinen Namen zuerst nur auf der Vier gesehen und war einfach traurig”, sagte Rauhe in der ARD: “Das war natürlich eine kleine Emotionsachterbahn. Mit Bronze abzuschließen ist großartig.”

(areh/sid/dpa)