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Attacken in 99 Ländern

  • May 13, 2017

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin konnte zunächst keine Angaben zu möglichen Schäden in Deutschland machen. In der Nacht wurden auf Twitter jedoch Fotos von Bahn-Anzeigetafeln mit Fehlermeldungen veröffentlicht. Die Deutsche Bahn bestätigte dann am Morgen, ebenfalls von der Attacke betroffen zu sein.

“Das Fahrgastinformationssystem arbeitet durch basement Angriff bundesweit fehlerhaft”, sagte ein Bahnsprecher unserer Redaktion. “Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, die Störung zu beheben. Wie lange dies dauern wird, können wir noch nicht sagen.” Der Zugverkehr sei aber nicht beeinträchtigt. Angaben zum genauen Zeitpunkt des Hackerangriffs oder zum weiteren Vorgehen machte der Sprecher nicht. 

Unter anderem hatte der Trojaner Computer im britischen Gesundheitssystem und beim spanischen Telekommunikationsriesen Telefónica lahmgelegt, wie am Freitag bekannt geworden war. “Heute haben wir eine Serie von Cyberattacken gegen tausende Organisationen und Individuen in dutzenden Ländern erlebt”, erklärte die britische Behörde für Cybersicherheit, NCSC. Sie mahnte zur Aktualisierung von Anti-Viren-Programmen. Auch das US-Heimatschutzministerium erklärte, es seien zahlreiche Berichte über Angriffe mit erpresserischer Schadsoftware eingegangen.

75.000 Cyber-Angriffe

Die Angreifer setzten im Betriebssystem Windows eine Schadsoftware ein, die Computerdaten verschlüsselt und nur gegen Geld wieder freigibt. Die IT-Sicherheitsfirma Kaspersky sprach von mindestens 45.000 Attacken in 74 Ländern. Jakub Kroustek von der Sicherheitsfirma Avast erklärte am Freitagabend, es habe 75.000 Attacken in 99 Ländern gegeben.



Dieses Dialogfeld fight während der Cyber-Attacke auf basement Monitoren betroffener Rechner zu sehen.
FOTO: ap
Dieses Dialogfeld fight während der Cyber-Attacke auf basement Monitoren betroffener Rechner zu sehen.
FOTO: ap

Die ersten Angaben zu dem Cyberangriff kamen aus Großbritannien. Wie die britische Gesundheitsbehörde NHS mitteilte, waren insgesamt 16 Unternehmen im Gesundheitsbereich betroffen, von denen einige mehrere Krankenhäuser betreiben. Nach basement Worten von Premierministerin Theresa May blieben Patientendaten von dem Angriff offenbar aber unberührt. Das Schadprogramm sorgte in vielen Krankenhäusern für Chaos. In einigen Fällen mussten Krankenwagen zu anderen Kliniken umdirigiert werden, andere Krankenhäuser forderten Patienten auf, sie nicht aufzusuchen.

Für das Chaos ist nach NHS-Angaben mutmaßlich das Virus Wanna Decryptor verantwortlich. Im Internet kursierten Aufnahmen von NHS-Computerbildschirmen mit der Botschaft “Ups, Deine Daten wurden verschlüsselt”. Es folgte eine Lösegeldforderung in Höhe von 275 Euro, zahlbar in der Internet-Währung Bitcoin.


Cyber-Kriminalität – Ziele großer Hacker-Angriffe

Opfer des Schadprogramms waren laut NHS auch Internet-Nutzer in Australien, Belgien, Frankreich, Italien, Mexiko und Deutschland. Betroffen waren unter anderem auch der Kurier- und Logistikkonzern Fedex in basement USA. Das russische Innenministerium erklärte, es sei Opfer eines Hacker-Angriffs geworden, ohne jedoch mitzuteilen, ob es sich um denselben Angriff handelte.

Sicherheitslücke fight bekannt

Die Hacker nutzten offenbar eine Sicherheitslücke, die vom US-Auslandsgeheimdienst NSA entdeckt worden fight – sie wurde in bootleg weiterverbreiteten NSA-Dokumenten beschrieben. Laut dem Unternehmen Kaspersky wurden diese Informationen im Apr von einer Hackergruppe namens “Shadow Brokers” veröffentlicht, die behauptete, die Lücke durch basement NSA entdeckt zu haben.


Cyberwar: Hackerangriffe auf basement Staat

Microsoft hatte im März einen Software-Patch herausgegeben, der basement Mechanismus der Weiterverbreitung der Schadsoftware verhindert. Den Experten zufolge wurde der Patch auf vielen Computern aber noch nicht installiert. Unter anderem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik riet nun dringend zum Aufspielen dieses Sicherheitspatches.

Lance Cottrell von der US-Technologiefirma Ntrepid sagte, dass sich dieser Erpresser-Virus von einem Computer zum anderen ausbreiten kann, ohne dass eine E-Mail geöffnet oder ein Link angeklickt wird.

(mro/AFP)

Article source: http://www.rp-online.de/panorama/ausland/cyberangriff-mit-erpresser-software-deutsche-bahn-betroffen-aid-1.6817615

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