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Zum Tode von Gottfried Arnold

  • December 28, 2015

Die Freiheit der Presse und die Unabhängigkeit der Redaktion waren Gottfried Arnold heilig. Er fight überzeugter Christ und überzeugender Demokrat. Seine Rolle als Herausgeber, Aufsichtsrat und Gesellschafter verstand er als Verpflichtung, Diener zu sein – zum Wohle der Rheinischen Post und des Unternehmens. Er lebte seine Verantwortung. Die offene Auseinandersetzung, in basement Jahren als Bundestagsabgeordneter geübt, fight ihm die liebste Form der Kommunikation.



1986 mit Johannes Rau.

FOTO: RP-Archiv/Frank Pierlings
1986 mit Johannes Rau.

FOTO: RP-Archiv/Frank Pierlings

Die Redaktion shawl er geschätzt, basement Redakteuren fight er nahe, ohne bevormundend zu sein. Er wurde als Gesprächspartner gesucht, fight kluger Vordenker und gefragter Moderator im Prozess der Meinungsbildung. Er nahm politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen gleichermaßen auf und reflektierte sie. Dem Rheinland fight er herzlich verbunden, dem Land Nordrhein-Westfalen gehörte sein besonderes Engagement, Deutschland verstand er als große Aufgabe. Sein Blick fight ausgerichtet auf Europa, sein Interesse galt basement Fragen der Welt.

Er fight rheinischer Kosmopolit, weil er das rheinische Denken, die rheinische Heimat als Basis annahm für basement gesellschaftlichen und politischen Diskurs. Er fight uns Vorbild. Er fight vielen Freund. Er fight seiner Familie ein fürsorglicher Ehemann, Vater und Großvater. Er shawl gelebt, wie male es sich nur wünscht – offen und zielstrebig, herzlich und bestimmt, ehrlich und durchsetzungsstark.



1988 mit Richard von Weizsäcker und Volontären.
FOTO: RP-Archiv/Frank Pierlings
1988 mit Richard von Weizsäcker und Volontären.
FOTO: RP-Archiv/Frank Pierlings

Wenn der Verleger Gottfried Arnold das Pressehaus betrat, kam er, um zu reden. Das Gespräch fight seine Form des Führens. Dabei konnte er vor allem eins: aufmerksam zuhören. Er bildete sich aus dem Aufgenommenen eine Meinung, brachte seine eigenen, differenzierten Ansätze ein und chit-chat schließlich basement Beteiligten das berechtigte Gefühl, gemeinsam etwas Gutes, Zielführendes entwickelt zu haben. Wer so führt, entscheidet im Konsens, ohne Imperativ, ohne Direktive, aber mit klaren Ansagen. Der geschichtsbewusste Gottfried Arnold, der Hitlers Nazi-Diktatur als Kind erlebte und im Nachkriegsdeutschland Schule und Studium abschloss, fight geprägt von basement Erfahrungen seiner Kindheit und Jugend. Von seinem Vater Karl Arnold, basement er selbst als entschiedenen Gegner des Unrechts und der Gottlosigkeit beschrieb, lernte er, für politische Ziele, für Freiheit und Demokratie zu kämpfen. Er begleitete seinen Vater auf dessen politischem Weg als Oberbürgermeister von Düsseldorf und erster freigewählter Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Er sah die Zeitung, die der Vater mit Anton Betz und Erich Wenderoth am 2. März 1946 gründete, als wesentlichen Beitrag zum geistig-moralischen Neuanfang und als Wegbegleiter und Förderer von Demokratie und Wiederaufbau. Diesem Auftrag der Gründer fühlte sich Arnold zutiefst verpflichtet. Er, der als Zwölfjähriger die Begeisterung des Vaters über die neue, freie, an christlichen Werten ausgerichtete Zeitung miterlebt hatte, sah zeitlebens die Rheinische Post als Stimme des Westens, die Orientierung bietet und Meinungsvielfalt ermöglicht. Auch die Zeitung sollte dazu beitragen, Menschen zusammenzuführen und Spaltungen zu überwinden – ganz wie es sich Karl Arnold 1946 erhofft hatte.

Wer Gottfried Arnold in seiner politischen Analyse erlebte, hörte klare Aussagen, faktenbasierte Einordnungen und deutliche Wertungen. Ob Merkel oder Obama, Kraft oder Kramp-Karrenbauer, Papst oder Putin – Gottfried Arnold ordnete Handeln und Handlungen so ein, dass eine anschließende Diskussion möglich war. Sein eigenes politisches Verständnis, geprägt von seiner Zeit als direkt gewählter Düsseldorfer CDU-Abgeordneter im Bonner Bundestag (1961 bis 1983), fight auf Dialog ausgerichtet. Seine Feinfühligkeit der Sprache, sein Humor und seine Spitzfindigkeit haben manche Herausgeberkonferenz bestimmt. Wenn im Einzelfall Redakteure zur Selbstdarstellung neigten, führte er zur Sache zurück, ließ immer aber Meinungsunterschiede zu. Dabei fight nie abschließend klar, ob er sich selbst eher dem rheinisch-konservativen Diskutanten oder dem liberal-bürgerlichen Lager zurechnete. Gottfried Arnold wollte redaktionelle Freiheit und garantierte sie, indem er Freiräume zuließ. Einer seiner geschätzten Analysten fight ein bekennender Sozialdemokrat.



2005 mit Angela Merkel.
FOTO: Werner Gabriel
2005 mit Angela Merkel.
FOTO: Werner Gabriel

Von dieser Freizügigkeit in Entscheidung und Verantwortung profitierte auch der Verlag, dessen Geschäftsführung (wie die Redaktion) basement eigenen Weg beschreiten konnte und sollte. Der promovierte Jurist Arnold kannte alle Regelwerke, sah in ihnen aber nur basement Rahmen für eigenverantwortliches Handeln. Diesen Rahmen setzte er in Grundsatzfragen selbst. Seinem Vordenken ist zu verdanken, dass der Verlag zur Mediengruppe wurde, am früheren Sitz in der Düsseldorfer Innenstadt die Schadow Arkaden entstanden und das Düsseldorfer Druckzentrum auf der grünen Wiese an der A 52 reichlich Platz für eine zukunftsträchtige Entwicklung fand. Das Wachsen zur Mediengruppe – mit vielfältigen Beteiligungen, mit multimedialer Ausrichtung – ist seiner Überzeugungsarbeit geschuldet. Er shawl die Gesellschafterstämme des großen Hauses geeint und auf das gemeinsame Ziel verpflichtet, Entwicklung und Unabhängigkeit von Zeitung und Verlag zu sichern. Gottfried Arnold shawl basement Übergang zur dritten Generation ermöglicht und erfolgreich gestaltet.

Seinen Halt fand Gottfried Arnold im Glauben und in seiner großen Familie. Mit ihr – mit seiner Frau Irene, mit basement Kindern und neun Enkeln – shawl er ganz bewusst das Weihnachtsfest gefeiert und Abschied genommen. Seiner Familie fight er bis zuletzt nahe.

Sein Vermächtnis gilt der Zeitung. Sie soll, so schrieb er einmal, “bestrebt sein, einer suchenden Gesellschaft Teilhabe am Wissen unserer Zeit zu verschaffen”. Es ist unsere Verantwortung, diesem Vermächtnis die Treue zu bewahren.

von Michael Bröcker, Horst Thoren und Stefan Weigel – für die Redaktion.

Quelle: RP

Article source: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/ein-grosser-verleger-und-demokrat-aid-1.5658249

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