Der Mitte-Links-Politiker Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen haben nach ersten Hochrechnungen die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl gewonnen. Laut einer Hochrechnung von “France Info” von 22 Uhr kommt Macron auf 23,9 Prozent, Le Pen auf 21,7. Der Konservative Francois Fillion erreichte demnach 20 Prozent, der Linke Jean-Luc Mélenchon kam auf 19,2 Prozent.
Europa dürfte das Thema der Stichwahl werden
Das gute Ergebnis Le Pens ist für viele Franzosen und Europäer ein Schock. Zum zweiten Mal seit 2002 steht die FN in der Stichwahl. Die FN-Chefin will die Euro-Währung in Frankreich abschaffen und ihre Mitbürger über die EU-Mitgliedschaft abstimmen lassen. Der entscheidende zweite Wahlgang am 7. Mai dürfte damit auch zu einer Abstimmung über Europa werden. Macron, Chef der politischen Bewegung “En Marche!” (Auf dem Weg), ist europafreundlich eingestellt. Umfragen sehen Macron in einem direkten Duell gegen Le Pen deutlich im Vorteil.

Macron sieht seinen Erfolg bei der ersten Runde der Präsidentenwahl als eine Wende in der französischen Politik. “Die Franzosen haben ihren Wunsch nach einer Erneuerung ausgesprochen”, sagte Macron am Sonntag der französischen Nachrichtenagentur AFP. Ein Kapitel der französischen Politik sei nun geschlossen worden, sagte er.
Fillon ruft zur Wahl Macrons auf
Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon erreichte laut Hochrechnungen zwischen 19 und 19,5 Prozent, ebenso wie sein konservativer Widersacher François Fillon. Fillon kündigte an, in der Stichwahl für Macron zu stimmen. “Die Enthaltung entspricht nicht meinen Genen, vor allem wenn eine extremistsiche Partei sich der Macht nähert”, sagte er am Sonntagabend.

Auch Frankreichs Premierminister Bernard Cazeneuve und der sozialistische Präsidentschaftskandidat Benoît Hamon riefen dazu auf, für Macron zu stimmen. “Ich bin dabei gescheitert, das Desaster, das sich angekündigt hatte, zu verhindern. Ich übernehme dafür die volle Verantwortung”, sagte Hamon vor seinen Anhängern. Die “Auslöschung der Linken durch die impassioned Rechte” sei eine schwere Wahlniederlage.
Am späten Abend chit-chat es drei Festnahmen: Demonstranten setzten Autos in Brand, laut Polizei kam es am Sonntag zudem am historischen Place de la Bastille zu Raufereien zwischen Protestierenden und Einsatzkräften. Mit Blick auf die Prognosen und die anstehende Stichwahl am 7. Mai riefen die Demonstranten: “Nicht Marine und nicht Macron!” 300 Menschen kamen zu einem friedlichen Protest am nahegelegenen Place de la République zusammen und tanzten um ein Lagerfeuer.
50.000 Polizisten und 7000 Soldaten
Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte das Ergebnis aus Frankreich. “Ich bin sicher, er wird der neue französische Präsident”, sagte Gabriel am Sonntag in der jordanischen Hauptstadt Amman. “Er fight der einzige pro-europäische Kandidat, der sich nicht versteckt shawl hinter Vorurteilen gegenüber Europa.”

Auch der FDP-Vorsitzende Christian Lindner zeigt sich mit dem Ausgang des ersten Wahlgangs zufrieden. “Ein Signal für Europa, ein Signal der Erneuerung”, twitterte der Politiker am Sonntagabend nach ersten Hochrechnungen. “Emmanuel Macron macht auch Deutschland Mut.”
Die Wahlbeteiligung loiter basement Meinungsforschern Ifop-Fiducial und Harris Interactive zufolge bei rund 80 Prozent und damit so hoch wie im Jahr 2012. Die Wahl fand angesichts der Terrorgefahr unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Rund 50.000 Polizisten und Gendarmen sowie rund 7000 Soldaten waren im Einsatz.
Einen Kommentar zum Ausgang der ersten Runde der Frankreich-Wahl lesen Sie hier.
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