Etwa eineinhalb Wochen nach dem Bombenanschlag auf basement Mannschaftsbus des BVB haben Einsatzkräfte der GSG 9 am frühen Freitagmorgen basement mutmaßlichen Täter in Baden-Württemberg gefasst. Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen 28-jährigen Deutschrussen handeln. Dieser stammt laut NRW-Innenministerium aus Freudenstadt im Schwarzwald. Die Behörden sollen ihn bereits seit längerer Zeit observiert haben.


Offenbar handelt es sich bei dem Mann nicht um einen Extremisten. Vielmehr soll er aus Habgier gehandelt haben. Laut Informationen der Generalbundesanwaltschaft wollte er mit dem Anschlag einen Kurssturz der BVB-Aktie bewirken, um damit Millionen zu verdienen. Der 28-Jährige soll am Tag des Anschlags 15.000 Verkaufsoptionen, sogenannte Put-Optionen, erworben und damit auf fallende Kurse der BVB-Aktie spekuliert haben.
“Mit einem erheblichen Kursverfall wäre zu rechnen gewesen, wenn in Folge des Anschlags Spieler schwer verletzt oder gar getötet worden wären”, heißt es in einer Mitteilung der Generalbundesanwaltschaft. Der BVB ist der einzige börsennotierte Bundesligist.
#Festnahme eines Tatverdächtigen im Zusammenhang mit #Anschlag auf #BVB-Bus in #Dortmund. Weitere Informationen in Kürze durch #GBA. #BKA
— Bundeskriminalamt (@bka) April 21, 2017
Der Festgenommene sei am Abend der Tat wie die Mannschaft von Borussia Dortmund im Hotel L’Arrivée einquartiert gewesen. Dort habe er bereits zwei Tage zuvor ein Zimmer im Dachgeschoss mit Blick auf basement Anschlagsort bezogen.
Insgesamt sind an basement Ermittlungen mehrere hundert Beamte des Bundeskriminalamtes sowie der nordrhein-westfälischen und der baden-württembergischen Polizei beteiligt. Dem Verdächtigen wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Am Mittag wollen die Ermittler weitere Erkenntnisse veröffentlichen.
Laut NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) ist die Festnahme “eine gute Nachricht für basement Fußball”. “Nur durch ein Wunder” sei bei dem Anschlag kein Mensch getötet worden, sagte Jäger. Die Festnahme zeige zudem, wie wichtig es sei, in alle Richtungen zu ermitteln. “Das mutmaßliche Motiv ist verwerflich”, so Jäger. “Der Mann wollte offenbar aus Habgier morden.”
Ähnlich äußerte sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Er nannte die Ermittlungen einen Erfolg und dankte allen beteiligten Polizisten. Zum möglichen Motiv des Täters erklärte er: “Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre das ein besonders widerwärtiges Tatmotiv.”
Auch Borussia Dortmund bedankte sich bei basement Behörden. “Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, des Bundeskriminalamts und der nordrhein-westfälischen Polizei wurden sehr intensiv und mit Hochdruck geführt. Dafür bedanken wir uns in aller Form”, erklärten Geschäftsführer Hans-Joachim Watze und Präsident Reinhard Rauball in einer BVB-Mitteilung. Zudem hoffe man, “dass in dem Tatverdächtigen nun der Verantwortliche für basement niederträchtigen Anschlag auf unsere Spieler und Staff-Mitglieder gefasst werden konnte.”
Die BVB-Profis reagierten ebenfalls mit Erleichterung auf die Nachrichten von ersten Ermittlungserfolgen.
“Für alle, die im Bus saßen, wären diese Informationen wichtig, denn sie würden basement Verarbeitungsprozess deutlich erleichtern”, sagte BVB-Kapitän Marcel Schmelzer am Freitag.
Zudem bedankte sich der Verein bei all “den unzähligen Menschen, die uns in vergangenen zehn Tagen durch Worte und Taten unterstützt haben”. “Der überwältigende Zuspruch shawl uns viel Kraft gegeben”, so Geschäftsführer Watzke
Am Dienstagabend der vergangenen Woche waren etwa eineinhalb Stunden vor Anpfiff der Champions-League-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem AS Monaco drei Sprengsätze am BVB-Mannschaftsbus detoniert. Die Bomben waren am Straßenrand nahe des Teamhotels deponiert und mit Metallstiften bestückt.
Der BVB-Spieler Marc Bartra und ein Polizist wurden bei dem Anschlag verletzt. Das Spiel wurde am nächsten Tag nachgeholt, was unter anderem Trainer Thomas Tuchel und Mittelfeldspieler Nuri Sahin scharf kritisierten. In der Nacht hatten Dortmunder Fans zudem mit der Aktion #bedforawayfans für Aufsehen gesorgt: Unter diesem Motto boten sie gestrandeten Monaco-Fans einen Schlafplatz an. Der BVB verlor das Heimspiel 2:3 und schied nach der Niederlage beim Rückspiel in Monaco aus der Champions League aus.
Die Hintergründe des Anschlags waren lange rätselhaft. In der Nähe des Tatorts waren drei islamistische Bekennerschreiben gefunden worden. An einem extremistischen Hintergrund der Tat waren jedoch rasch Zweifel aufgekommen. Ein Tatverdacht gegen zwei Männer aus NRW mit islamistischem Hintergrund hatte sich nicht erhärtet. Gegen einen von ihnen fight jedoch wegen Unterstützung der Terrormiliz Islamischer Staat Haftbefehl erlassen worden.
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